Samstag, 8. März 2014

NTS

Hallo liebes Tagebuch,

seit langem freut sich Adrian schon auf das NTS und heute war es endlich soweit. Ich wollte auf keinen Fall zu Hause bleiben, denn ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es in Grimma so aussieht. Ja, Grimma heist der Ort, in dem das NTS stattgefunden hat. NTS bedeutet Nationales-Trainings-Seminar, das ist eine Ausbildung, die Rangerleiter brauchen, um Ausbilder zu werden.

Jeder darf nur ein Heft haben
Früh um 6 Uhr standen wir auf, tranken eine Tasse Kakao und machten uns auf den Weg. Zuerst mussten wir etwa 14Km mit dem Fahrrad fahren, um bei Peer-Olaf anzukommen, der das NTS leitete und uns mitnahm. Unterwegs trafen wir noch Rebekka, die ebenfalls von Peer-Olaf mitgenommen wurde. Gemeinsam kamen wir dort an, stiegen in das Auto um, waren nur wenig später schon auf der Autobahn und rasten nach Grimma.
Bevor es richtig los ging, durften wir uns noch etwas mit Getränken und Keksen stärken. Jeder Ranger bekam dann ein Heft, in dem  steht, was auf Ausbildungen für Trainer zu beachten ist. Beim austeilen habe ich ganz genau darauf geachtet, dass auch wirklich nur jeder eins nimmt. Die Themen aus dem Heft wurden dann im laufe des Tages nacheinander durchgegangen.

Der Burgturm
Ich fand die Pausen heute am besten. Die Leute waren echt total nett zu mir. In einer Pause waren wir draußen und ich entdeckte vier Kinder aus dem Stamm 266 (Grimma), die auf einem Erdhügel spielten. Wooooow! Die haben gespielt, dass der Erdhügel aus zwei Wohnungen besteht, eine für die Jungs und eine für die Mädchen. Das habe ich mir dann ganz genau zeigen lassen. Sogar einen Garten hatte jede dieser Wohungen. Bei den Mädchen mussten wir zuerst auf einen Klingelknopf drücken und dann über eine selbstgebaute Leiter laufen um durch den Eingang zu kommen. Um ihre Wohnungen herum waren Steine zu Mauern gelegt und die Jungs haben  so etwas wie einen Turm in die Mauer eingebaut.
Ach du dicker Döner!
Das musste ich mir auch näher anschauen. Es hat mir einen Riesenspaß gemacht, den Kindern zu erzählen, wer ich bin, wo ich herkomme und warum ich Ranger geworden bin. Sie haben noch sehr viel gefragt, als plötzlich mein Magen knurrte. Oh! Es gab ja auch Essen! Überm Feuer machte sich jeder das Brot für seinen Rangerdöner warm und füllte ihn anschließend mit Soße, gekochtem Hackfleisch, Tomaten, Gurke, Zwiebeln und Rotkohl. Der Döner, den Adrian für mich gemacht hatte, war viiiiiiel zu groß und er musste mir helfen, ihn aufzuessen.
Nach der Mittagspause ging es weiter im Programm, aber ich blieb lieber draußen. Da stand ein großes Motorrad, auf das ich mich dann auch raufsetzte. Ich stellte mir vor, wie cool es wäre, damit zu fahren, aber es bewegte sich leider kein kleines Stückchen. Auf meiner Erkundungstour auf dem Gelände entdeckte ich noch viele coole Sachen. Die RoyalRanger-Räume zum Beispiel, in denen auf dem Fußboden aus Fliesen ein RoyalRanger-Stern gelegt ist oder der fantastische Ausblick auf den Fluss.

Die NTS'ler mit ihren Urkunden
Schließlich kam ich pünktlich zur Kaffeepause wieder zurück. Es gab leckeren Kuchen und Saft, aber ich entdeckte auch eine Teesorte, die mich sehr an die Berge erinnert, von denen meine Mama immer erzählt hat. Die Berge sind soooo hoch, dass sie fast den Himmel berühren, wahrscheinlich heißen sie deshalb Himalaya. Da kam der Tee her.
Zu der kurzen Andacht zum Abschluss blieb ich dann drin. Es ging darum, dass die Leiter dazu berufen und befähigt sind, ihre Aufgaben für Gott zu machen. Nach einer Gebetszeit war das NTS beendet. Nun wurde noch aufgeräumt und ein Gruppenfoto gemacht, was ich allerdings verpasste, weil ich dringend auf Toilette musste.
Hier drin ist es am sichersten
Danach traten wir den Rückweg an. Zu Hause bei Peer-Olaf befreundete ich mich noch mit einem Hasen, der dort in einem Käfig saß. Als ich ihn fragte, ob er sich dort nicht einsam und eingeengt fühlt, antwortete er, dass er ganz große Angst vor Raubvögeln hat und deshalb viel lieber im Käfig sitzt, wo die Vögel nicht an ihn rankommen. Hm... Wenn ich ein Hase wäre, würde ich das vielleicht auch so sehen.
Rebekka, Adrian und ich traten schließlich mit Fahrrad den Heimweg an. Am Dresdner Hauptbahnhof sahen wir, dass sehr, sehr viele Menschen in der Stadt unterwegs waren, also liefen fast bis zur Elbe zwischen den Menschenmengen lang. Es ist erstaunlich, wie erstaunt die Blicke sind, die sich dabei auf uns richten.

Montag, 3. März 2014

Eine tolle Überraschung!

Hallo liebes Tagebuch,
als Adrian heute wieder nach Hause kam, brachte er seine Freundin Mona mit. Sie hatte zwei Überraschungen für ihn. Zuerst gab es selbstgebackene Muffins, die sogar noch warm waren. Dann erklärte sie, dass sie im Sommer nun doch mit aufs Bundescamp kommen kann! Juhuuu! Adrian konnte gar nicht mehr aufhören, sich zu freuen und strahlte übers ganze Gesicht.

Samstag, 1. März 2014

Leiter-Hajk in der Sächsischen Schweiz, Tag 2

Hallo liebes Tagebuch,

heute Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen. Irgendwann hörte ich einen Hubschrauber ganz dicht an der Boofe vorbeifliegen und wenn ich dann einmal wach war, konnte ich nur sehr schwer wieder einschlafen. Das ging den anderen ganz genau so.

Müsliriegel zum Frühstück
Um 8 Uhr vibrierte Adrians Handy als Wecker direkt unter mir. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich auf dem Handy gelegen hatte und war sofort hellwach. Rundherum war es leise. Zwischen den Bäumen, die sich wie schwarze Schatten gegen den immer heller werdenden Himmel abzeichneten, lag ein gespenstischer Nebel. Wie ich noch völlig in Gedanken versunken die Natur anstarrte, spürte ich plötzlich, wie jemand nach mir griff! Ich erschrak fürchterlich und zuckte zusammen. "Ohooo... Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.", hörte ich Adrian sagen, "Wie war deine Nacht?".
Zum Frühstück gab es belegte Brote und Tee, ich durfte auch einen Müsliriegel knabbern. Dann packten wir zusammen und setzten die Wanderung fort. Inzwischen schien auch die Sonne und der Anblick der Sonnenstrahlen, die zwischen den Bäumen im Nebel durchschienen war wunderschön.
Die schmale Stelle
Der Weg wurde gleich zu Beginn sehr schwierig. Wir mussten um einen Felsen herum, an dem es steil in die Tiefe ging. Hier ist der Weg so schmal, dass man seitlich laufen muss.
Ich verkroch mich in Adrians Rucksack. "Gibt es denn keinen anderen Weg?", fragte ich etwas ängstlich. Da wir ganz hinten liefen, waren die Ersten schon an der Stelle vorbei und riefen uns zu, dass wir auch durch einen Durchgang im Felsen klettern könnten. "Nagut", sagte Adrian, "Dann machen wir das eben so.". Jetzt liefen wir wieder ein kleines Stück zurück und kletterten den sicheren Weg durch das Loch im Felsen.
Unser Ziel heute war das hintere Raubschloss.
Die krummen Birken
Wir wanderten also immer weiter und passierten wunderschöne Felsen, durchquerten kleine Täler und dunkle Wälder und genossen atemberaubende Aussichten. An den so genannten Bärenfangwänden entdeckten wir ein ganz besonderes Naturphänomen: Einen ganzen Wald krummer Birken. Die sind auf keinen Fall so gewachsen. Da is bestimmt immer starker Wind, der die Birken krummpustet.
Nach einigen Stunden Wanderung erreichten wir dann tatsächlich unser Ziel. Das Hintere Raubschloss ist ein Felsen, auf den man über Treppen und Leitern nach ganz oben gelangen kann. Die Aufstiege sind ziemlich schmal, also ließen wir unsere Rucksäcke lieber unten liegen. Nur etwas Proviant nahmen wir mit nach oben (Zweieinhalb Tafeln Schokolade, Äpfel und Müsliriegel).
Blick durch den vergitterten Schacht
Viele Treppen, Leitern und schmale Felsspalten machten den Aufstieg zu einem echten Abenteuer. Das fand ich echt cool. Hier will ich unbedingt nochmal hin. Die Aussicht war auch super. Wir sahen die ganzen Felsen, an und auf denen wir bisher entlanggewandert sind. Oben auf dem hinteren Raubschloss gibt es sogar eine kleine Höhle, die damals als Gefängnis benutzt wurde. Adrian konnte darin nur an einer Stelle aufrecht stehen: Dort gibt es einen Schacht, durch den man nach oben gucken kann. Er ist durch ein Gitter verschlossen, aber nur, damit niemand von oben reinfällt.
Nachdem wir unseren Proviant gegessen hatten, kehrten wir zu unseren Rucksäcken zurück und setzten die Wanderung fort. Kurze Zeit später erreichten wir eine Wegkreuzung an der wir uns entscheiden mussten, ob wir lieber einen großen Umweg- oder einen direkten, aber sehr schwierigen Kletterpfad gehen wollten. Die Entscheidung fiel auf den Kletterpfad. Nach einem kleinen Anstieg sahen wir, warum es ein Kletterpfad war. Über und um große Steine herum, über Wurzeln, die teilweise in der Luft hingen und steile Wege hinauf war das tatsächlich der anspruchsvollste Teil der ganzen Wanderung. Ich freute mich sehr darüber, den Weg hochzuklettern, aber es war nicht für alle so einfach. Naja... Ist ja klar... Außer mir gilt ja auch nur Adrian als Schneeleopard. Oben angekommen machten wir zuerst eine kurze Pause. Ich wäre am liebsten den Kletterpfad noch einmal runter und wieder rauf gesprungen, aber Adrian meinte, ich brauch meine Kraft noch für den Rest des Weges. Okay. Dann eben nicht. Ich bekam einen Müsliriegel und schon ging es weiter. Jetzt verlief der Weg ziemlich gerade und führte nicht mehr an Felskanten entlang, sodass wir nur noch Wald und gelegentlich größere Gesteinsbrocken sahen, aber nur noch sehr wenige Felsen. Es ging jetzt gerade auf den Ort Schmilka zu, von dem aus wir wieder zurück nach Dresden kommen.
Pause am Felsbrocken
An einer Wegkreuzung machten wir Pause. Dort lag ein etwas größerer Felsbrocken und es war Mittagszeit. Ein sehr leckeres Zwiebelbrot, viele Apfelstücke und Müsliriegel später brachen wir wieder auf und liefen ohne weitere Unterbrechungen nach Schmilka. Dort kamen wir genau rechtzeitig an der Fähre an, die uns über die Elbe brachte, sodass wir auf der anderen Seite direkt in den Zug nach Dresden einsteigen konnten. Eine Stunde später kamen wir auch schon in Dresden an und wanderten nun noch vom Bahnhof bis nach Hause.

Jetzt bin ich ziemlich geschafft und mache es mir auf dem Sessel bequem.

Bis bald!

Freitag, 28. Februar 2014

Leiter-Hajk in der Sächsischen Schweiz, Tag 1

Hallo liebes Tagebuch,

also wer noch nie in der Sächsischen Schweiz war, hat echt was verpasst. Es ist sooooooo schön da!

Heute früh um acht Uhr sind wir aufgestanden und haben kräftig gefrühstückt: Müsli mit sehr viel Milch. Adrian meinte einmal, dass Traubenzucker eine Menge Energie liefert. Deshalb habe ich es heute besonders gut gemeint und sehr viel von dem Dextro Energy-Pulver eingemischt. Er fand das zwar viel zu süß, aber für mich war das genau richtig. Schließlich brauchen wir ja viel Energie, wenn der Hajk so anstrengend sein soll.

9:30 Uhr ging es endlich los. Mit den Planen war der Rucksack so breit, dass wir kaum durch die Türen passten. So liefen wir durch die Dresdner Neustadt bis zum Bahnhof. Dort sollten wir die anderen Treffen. Ich fand es sehr lustig, wie ich von den umstehenden Leuten angeguckt wurde. Haben die etwa noch nie einen Schneeleoparden mit Halstuch gesehen? Kurze Zeit später saßen wir zu sechst im Zug richtung Bad Schandau. Während die Essensvorräte verteilt wurden, guckte ich aus dem Fenster und bestaunte die Landschaft, die an uns vorüberzog. Es wurde immer bergiger. Kurz nachdem ich zum dritten Mal fragte, wie lange es denn noch dauern würde, stiegen wir auch schon aus. Einige Meter weiter lag die Anlegestelle der Fähre, mit der wir zum anderen Ufer übersetzten. Dort wanderten wir dann los.

Ein Luchs
Kurz nachdem wir durch den Ort gegangen waren, erreichten wir den Lutherweg, dem wir eine weile folgten. Dort passierten wir ein kleines Wildgehege, mit zwei Luchsen. Ich musste sofort an meinen Kumpel Luchsus denken. Es ist wirklich traurig, dass diese Tiere nicht in Freiheit leben dürfen. :•(

An einem trockenen Flussbett machten wir dann halt. Auf der anderen Seite war auf unserer Karte ein gepunkteter Weg eingezeichnet, den wir gehen wollten, also überquerten wir das kleine Flusstal. Der Weg war streckenweise kaum als Weg zu erkennen, aber wir liefen Zielstrebig in die richtige Richtung. Ich liebe es, durch die dicke Schicht raschelnder Blätter zu springen. Das Laub lag auf dem Boden wie im Herbst und ab und an lagen Baumstämme über den Weg, sodass ich auch viel Spaß dabei hatte, über oder unter ihnen durch zu klettern. Plötzlich öffnete sich eine gigantische Aussicht auf einige Felswände, die sich in einiger Entfernung auftürmten. "Wooooooooooow!", staunte ich, "Das ist ja noch besser, als ich dachte!"

Mittagspause
Zielstrebig wanderten wir weiter in Richtung dieser Felsen. Am Wegesrand waren nun immer öfter große Felsbrocken zu sehen, die mit Moos überwachsen waren. Schließlich wurde Mittagspause gemacht. Es gab Brot mit Käse, Würsten und Gurke. Auf unserem Weg verkürzten sich nun merklich die Abstände zwischen den Treppenstufen. Es ging also bergauf. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Nach einer weiteren Stunde Fußmarsch erreichten wir das Schrammsteintor. Das ist der Zugang zu den Schrammsteinen, auf denen wir weiterlaufen würden. Um allerdings auf die Schrammsteine zu gelangen, mussten wir einen ziemlich steilen Weg benutzen, der zahlreiche Treppen und Leitern enthielt.

Das Leitungsteam unseres Stammes:
Royal Rangers Stamm 280 Dresden II
So erreichten wir die Schrammsteinaussicht, von der aus wir einen unglaublich guten Rundumblick genießen konnten. Leider erlaubte mir Adrian nicht, über die Steine zu klettern, die hinter dem Geländer waren. Auf der Aussicht gab es dann selbstgebackenen Mohnkuchen für alle und schon alleine für diesen Kuchen hätte es sich gelohnt, mitzukommen. Hmmmmmmm. Hier oben wurde die Wanderung dann noch viel interessanter. Auf dem schmalen Weg hatten wir in alle Richtungen eine super Aussicht. Es war auch gar nicht kalt.
Ich könnte jetzt über jeden Schritt einen Roman schreiben, mache aber jetzt lieber einen Sprung bis zu unserer Boofe. Weist du überhaupt, was eine Boofe ist? Wenn ein Felsen so überhängt, dass man so etwas wie eine kleine Aushöhlung hat in der man wettergeschützt übernachten kann, dann ist das eine Boofe. Dort legten wir zuerst die Planen aus, auf denen wir unser Nachtlager aufschlugen und Adrian leerte seinen Rucksack, um gemeinsam mit Friedrich zu einer nahen Quelle zu gehen, an der sie die leeren Wasserflaschen auffüllen konnten. Die beiden mussten einen ganzen Teil des Weges zurück gehen, also beschloss ich, lieber in der Nähe der Boofe zu bleiben und die Umgebung zu erkunden.

Unsere Boofe
Nachdem Adrian und Friedrich zurück waren, wurde es ziemlich schnell dunkel, sodass jeder seine Taschenlampe herausholte. Zum Abendbrot gab es eine Nudelsuppe. Anschließend saßen wir noch gemeinsam zusammen, schauten uns die Tour für den nächsten Tag an, aßen Schokolade und erzählten noch ein bisschen. Ich war schon ziemlich müde und fragte Adrian dann, ob er mir wieder eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen könnte. Das bekamen die Anderen auch mit und wollten dann, dass er für alle eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt. Er willigte ein. Anschließend putzte sich jeder seine Zähne und machte sich bettfertig. Ich kuschelte mich in Adrians Mütze und wartete. Ich konnte viele Sterne sehen und genoss es sehr, hier zu sein. Die Geschichte war ziemlich komisch. Es ging darum, dass eine besonders gute Axt, die nur ausgeliehen war, ins Wasser gefallen ist und dann auf dem Wasser geschwommen ist, nachdem jemand einen Stock an die Stelle geworfen hat. Hm... Die Geschichte steht sogar in der Bibel! Echt genial, dass Gott sogar Eisen schwimmen lassen kann.

Gute Nacht!

Donnerstag, 27. Februar 2014

Darf ich mit auf den Leiter-Hajk?

Liebes Tagebuch

für das Wochenende ist ein Pfadranger-Hajk geplant, also eine Wanderung für alle Ranger, die älter als 15 Jahre sind. Leider hat von denen niemand Zeit, sodass das Leitungsteam alleine losziehen will. Adrian meinte vorhin, ich solle zu Hause bleiben, weil ich ja noch viel zu klein sei. Daraufhin sagte ich ihm, dass er mich gar nicht alleine zu Hause lassen kann, eben WEIL ich ja noch so klein sei. Dazu guckte ich ihm mit großen Augen an. "Hmmm... Wenn noch Platz in meinem Rucksack ist, kannst du vielleicht mitkommen.", antwortete er, "Aber das wird kein Spaziergang! Wir gehen zwei Tage lang durch die Sächsische Schweiz, auf schwierigen Pfaden und übernachten in einer Boofe. Und in meinem Rucksack kannst du auch nicht die ganze Zeit sitzen." Das war das Musik in meinen Ohren! Wir Schneeleoparden fühlen und doch in bergigen Gebiete erst recht heimisch. Schwierige Pfade, steinige Kletterstiege und Felsbrocken klingt doch eher nach Abenteuerspielplatz als nach Anstrengung. "Juhuuuuu! Danke, danke, danke!", freute ich mich.

Jetzt packten wir den Rucksack. Damit auch wirklich genug Platz für mich bleibt, räumte ich heimlich alle Sachen wieder aus dem Rucksack raus, von denen ich meinte, dass Adrian sie eh nicht brauchen wird. Also eine Flasche Wasser wird ja wohl reichen und eine Jacke braucht er auch nicht. Schließlich ist er der Teamleiter vom Schneeleopardenteam, da darf ihm gar nicht kalt werden!

Schließlich waren alle Dinge verstaut: Schlafsack, Isomatte, Pullover, Kamera, Esszeug, Kopflampe, eine Wasserflasche, das AZB-Päckchen, sechs Tafeln Schokolade, zwei Packungen Müsliriegel und zwei Planen. Und siehe da: Es war noch Platz! Nun entdeckte Adrian aber seine Jacke. "Hast du die etwa wieder rausgeräumt?", fragte er mich, während er sie hinter dem Sessel hervorzog. Ich schämte mich sehr. "Tut mir leid! Ich dachte, die brauchst du sowieso nicht. Und... Naja... Die braucht auch so viel Platz im Rucksack... Und... Also wenn die Jacke im Rucksack ist, passe ich gar nicht mehr rein, ich möchte aber sooooooooooo gerne mitkommen." Adrian fing an, laut zu lachen: "Haha! Du bist mir ja einer! Ich seh schon, du würdest alles dafür tun, mitzukommen, richtig?" Ich nickte. "Okay, dann sag mir doch bitte, was du noch alles wieder ausgeräumt hast." Auweia... Ob er auch darüber lachen kann, dass seine zweite Wasserflasche wieder in den Kühlschrank gewandert ist? Ich fing an zu stammeln "Hm.. Naja.. Also.. Ähm.. Wenn du morgen früh ganz viel trinkst, brauchst du doch bestimmt unterwegs nicht so viel Wasser, oder?" Adrian seufzte. "Ach Flocke, du musst noch einiges lernen. Wenn du mitkommst, müssen wir uns doch unser Wasser teilen. Dann brauchen wir sogar noch mehr." "Aber gibt es unterwegs keine Flüsse, an denen man die Flaschen neu auffüllen könnte?", erwiederte ich. Adrian gab mir recht. "Okay, dann will ich es so versuchen. Der Rucksack wird auch sonst viel zu schwer. Er wiegt jetzt schon deutlich mehr als er sollte."

Morgen geht es also los. Dann sehe ich zum ersten Mal die Sächsische Schweiz. Ich bin ja so aufgeregt! Jetzt will ich aber trotzdem versuchen zu schlafen.

Gute Nacht!

Mittwoch, 26. Februar 2014

Geocache, Teamkiste, Stativ und Laken

Hallo liebes Tagebuch,

Da hab ich die Koordinaten
zum Geocache eingegeben
heute gibt es auch wieder einiges zu erzählen. Ich habe mich heute morgen heimlich in Adrians Rucksack versteckt, um mal zu sehen, wie es bei ihm auf Arbeit in Meißen ist. Er war ziemlich überrascht, als ich dort plötzlich aufgetaucht bin. Er hat sich trotzdem gefreut und hat mir dann alles gezeigt, was er so macht.
Auf dem Weg nach Hause haben wir noch schnell einen Geocache gesucht, den wir gestern schon rausgesucht hatten. Er lag wirklich direkt auf dem Weg zum Bahnhof und war schnell gefunden. Zurück in Dresden fanden wir im Briefkasten einen Brief. "Wer oder was ist denn Bilora?", wollte ich wissen. "Nun", antwortete Adrian, "Das ist die Firma, von dier ich mein Kamerastativ gekauft habe." "Ach ja... davon ist doch vor einer Woche der kleine Hebel abgebrochen!", erinnerte ich mich. "Genau. Und da hab ich mal ganz nett gefragt, ob ich denn vielleicht ein Ersatzteil bekommen könnte."
Die neue Teamkiste ist riesig!
Bevor wir in die Wohnung gehen konnten, versperrte uns ein großer Karton den Weg. "Wow! Der ist ja groß!", rief ich. "Kann ich den zum spielen haben?" Adrian antwortete: "Da ist ganz bestimmt die neue Teamkiste für das Fuchs-Team drin. Die wollen wir erstmal angucken." Die riesengroße Kiste war überraschend leicht. Normalerweise bekomme ich solche großen Kisten gar nicht angehoben, aber bei dieser war das gar kein Problem. Kaum war die Kiste ausgepackt, wollte ich die sofort von innen sehen und sprang mit einem großen Satz hinein. Hier ist echt viel Platz drin!
Gleich ist das Stativ wieder
so gut wie neu
Als nächstes wollten wir uns daran machen, das Stativ zu reparieren, als plötzlich Adrians Handy klingelte. Eine ältere Frau aus dem Haus nebenan hatte einige alte Bettlaken besorgt, die wir im nächsten Stammtreff färben wollen. Daraus basteln wir unsere Kostüme fürs Bundescamp. Wir holten die Laken ab, bedankten uns und kehrten einige Minuten später wieder zurück, um die Reparatur fortzusetzen. Als Adrian den Brief öffnete, staunte er nicht schlecht. Es war nicht nur ein Hebel, sondern gleich zwei drin! Das alles völlig kostenlos und auch obwohl die Garantie im Januar abgelaufen ist. Wenn ich irgendwann eine Kamera hab, kaufe ich mir auch so ein Stativ. Bilora ist eine echt gute Firma.

Okay, jetzt bin ich ziemlich müde. Gute Nacht!

Dienstag, 25. Februar 2014

Wo ist der Winter?

Papierschnee ist nur ein schwacher Trost
Hallo liebes Tagebuch,

ich frage mich schon seit einiger Zeit, warum es diesen Winter fast noch gar nicht geschneit hat. Draußen scheint seit Tagen die Sonne, viele Leute laufen in T-Shirt umher und die Temperaturen sind locker zweistellig. Einerseits ist es ja wirklich schön, wenn die Sonne scheint, aber noch schöner wäre es, wenn die Sonne auf eine glitzernde Schneeschicht scheint, auf der man Schlitten fahren kann. Selbst meine gebastelten Schneeflocken helfen da nicht besonders viel.

Samstag, 22. Februar 2014

Teamtreff

Hallo liebes Tagebuch,

schon sehr lange habe ich auf diesen Tag gewartet. Heute sollte ich nun endlich mein neues Halstuch bekommen! Dass Adrian noch zwei Stunden vor dem Teamtreff seelenruhig schlief, konnte ich gar nicht verstehen und sprang also auf ihm herum, um ihn aufzuwecken. Mit einem herzhaften Gähnen reckte und streckte er sich schließlich und wollte wissen, warum ich denn schon so aufgeregt bin. "Na heute ist doch Teamtreff und ich bekomme mein neues Halstuch und den neuen Knoten, der im dunkeln leuchtet!" Er sprang nun von seinem Bett und während er duschte, fing ich schon an, das Frühstück zu machen. Danach begannen wir mit den Vorbereitungen für den Teamtreff. Es gab leider eine Absage, aber wir legten trotzdem sechs Sitzsäcke in den Raum. Draußen schien die Sonne und ich konnte mir kaum einen schöneren Tag vorstellen, um Teamtreff zu haben. Schließlich war es 10 Uhr --- Aber wo waren die anderen Jungs? Adrian und ich gingen nach draußen. Nach zwei Minuten tauchte dann tatsächlich der erste Junge aus unserem Team auf. Einige Minuten später noch ein Zweiter. Adrian versuchte nun, noch die Eltern von den anderen Jungs zu erreichen, doch ohne Erfolg. So waren wir also nur zu dritt. Eigentlich war geplant, einen Teamruf, einen Teambanner und einen Teamsong zu machen, doch dazu müssen alle dabei sein. Auch Teamhelfer und Teamstellvertreter konnten wir so nicht wählen. Das war wirklich schade. Was konnten wir also tun? Naja... Wir schauten nach, was in den Logbüchern ganz vorne drin steht. Aha... Knoten und Bünde... Okay, dann fangen wir mal damit an. Adrian zeigte uns einige Knoten und ließ uns mit einigen Stricken üben.
Jetzt habe ich endlich mein blau-gelbes Halstuch
Dann war es zeit für meine Aufnahmeprüfung. Oha... Gleich zu Beginn vertauschte ich die roten und die goldenen Zacken und eine rote Zacke fiel mir gar nicht mehr ein! Mit etwas Hilfe schaffte ich es aber dann doch noch. Dann hätte ich beihnahe die goldene Regel und das Ranger-Versprechen vertauscht. Das wurde aber sofort bemerkt, also durfte ich nochmal von vorne beginnen. Ich glaube, da war ich einfach viiiiiiel zu aufgeregt. Trotzdem habe ich dann mein Halstuch und den nachtleuchtenden Halstuchknoten bekommen. Jetzt bin ich kein Starter mehr, sondern gehöre schon zu den Kundschaftern.
Nach einer kurzen Essenspause gingen wir nach draußen. Adrian hatte ein langes Seil dabei und nun spielten wir ein Spiel. Dazu wurde auf den Boden der See (ein großer Kreis) aufgezeichnet und ein Stück Pappe in die Mitte gelegt, was gerade groß genug war, dass ich mich draufsetzen konnte. Die beiden Jungs sollten nun überlegen, wie sie mich von der Insel retten könnten. Das Seil als Lasso zu verwenden funktionierte nicht besonders gut. Mit etwas Hilfe fand sich die Lösung aber doch. Ein Ende des Seils wurde um einen Baum geknotet, das Seil dann von Adrian und einem der Jungs über den See gespannt, während der andere Junge sich am Seil entlanghangelte, um mich von der Insel zu retten.
Nach diesem Spiel machten wir uns auf den Weg zu der Bude, die wir vor einiger Zeit zu bauen angefangen hatten. Dort spannten wir das Seil zwischen zwei Bäume und probierten, eine Seilbahn zu bauen. Dabei fiel plötzlich mein Halsband ab. "Oh nein! Wo ist der Knoten? Gerade eben hatte ich ihn noch!", rief ich. Nun suchten wir alle nach meinem Halstuchknoten und nach einer Weile fanden wir ihn glücklicherweise auch wieder. Einer von den Jungs musste dann auch schon nach Hause, der andere hatte noch Zeit. Wir verabschiedeten den Jungen und bauten dann unsere Seilbahn ab. Anschließend überlegten wir uns, was wir noch machen könnten und kamen auf die Idee, durch den Prießnitzgrund zu laufen. Dabei überquerten wir die Prießnitz an jeder möglichen Stelle. Selbst bei Zweigen, die kaum zu halten schienen, turnten wir munter von einer Seite auf die Andere. Manche Übergänge waren aber so gewagt, dass Adrian lieber auf der einen Seite blieb und dafür den nächsten Baumstamm benutzte. Schließlich wurde es Zeit, umzukehren. Auf dem Rückweg hörten wir dann plötzlich einen Specht und konnten ihn eine ganze Weile beobachten. Das war echt interessant, wie er mit seinem Schnabel ein Loch in den Baum hackte.
So war der Teamtreff dann beendet und wir waren wieder zu Hause. Es gab Toast zum Mittag und dann las Adrian, dass ja heute internationaler Welt-Pfadfindertag sei. Oh ja! Vor 157 Jahren wurde Lord Baden-Powell geboren, der Begründer der Pfadfinderbewegung. Ohne ihn gäbe es überhaupt keine Pfadfinder, also kann man an seinem Geburtstag ruhig mal an ihn denken und das dadurch zum Ausdruck bringen, dass man sich als Pfadfinder zu erkennen gibt. Adrian ist dann in Kluft zur Post gefahren, auf die Sparkasse, einkaufen und wieder zurück. Auch den Rest des Tages in der Jugend usw. behielt er seine Kluft an.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Geocaching

Hallo liebes Tagebuch,

auf unserer Wanderung letzten Samstag haben wir ja schonmal einen Geocache suchen müssen und auch gefunden. Heute haben Adrian und seine Freundin beschlossen, dass sie im Prießnitzgrund auf "Schatzsuche" gehen werden. Da wollte ich natürlich nicht fehlen und durfte schließlich auch mitkommen. Ausgerüstet mit Kompass, GPS-Gerät, Stirnlampen, Kamera und Stativ gingen wir auf die Suche. Hier gibt es einen mehrteiligen Geocache, den es zu finden galt.
Wieder zurück mit unserem "Schatz"
Mit verschiedenen Hinweisen sind Aufgaben zu lösen, die den Weg zum "Final" (Das ist das eigentliche Ziel) markieren. Wir sind ziemlich weit in den Prießnitzgrund gelaufen und kamen sogar an der Stelle vorbei, an der ich letztens die Orientierung verloren hatte. Dann folgten wir weiter den Hinweisen und kamen schließlich am Endpunkt an. Nunja... Jedenfalls war das GPS-Gerät der Meinung, dass hier der Final sein müsse. Adrian und seine Freundin durchsuchten nun die nähere Umgebung und wurden nach einer ganzen Weile tatsächlich fündig! Ein Tresor aus Beton mit einer völlig verrosteten Tür wurde sichtbar und innen lag ein Plastikbeutel mit einem kleineren Tresor aus Blech, in dem sich verschiedene Gegenstände befanden. Wir trugen uns in das fast volle Logbuch ein, tauschten einen Gegenstand (Ein Ü-Ei mit einem Porsche drin) aus dem Blechtresor mit einem selbst mitgebrachten Gegenstand (Ein blauer Luftballon) und wollten ein Beweisfoto machen. Leider hatte Adrian aber die Speicherkarte aus seiner Kamera zu Hause in seinem Laptop gelassen. So gingen wir wieder, ohne ein Foto gemacht zu haben.
Auf unserem Rückweg hörten wir plötzlich sehr komische Geräusche. Es klang etwa wie ein heiseres schreien. Gespannt liefen wir den Geräuschen entgegen. Waren es Vögel? War es ein Mensch? Oder vielleicht irgend ein anderes Tier? Gespannt lauschten wir weiter. Schon wieder! Und dann sahen wir sie: Zwei Eulen, die sich offenbar angeregt unterhielten. Ab und an flatterten sie von einem Baum zu einem anderen und eine der beiden Eulen setzte sich auf einen Ast genau über uns. Das war ein sehr eindrucksvolles Schauspiel.

Samstag, 15. Februar 2014

Wanderung durch die Dresdner Heide

Heute war es endlich soweit. Es war alles vorbereitet und ich konnte es kaum erwarten, loszugehen. Adrian, unser Gast und ich frühstückten und wir packten unsere Sachen zusammen. Dann gingen wir nach draußen, wo wir auf einen Jungen aus unserem Schneeleopardenteam warteten. Er kam auch bald und so liefen wir zur Straßenbahnhaltestelle. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einem anderen Ranger und an der Haltestelle kam dann noch ein Klassenkamerad von dem Jungen dazu, auf den wir vorhin gewartet hatten. Nach kurzer Zeit kam auch schon die Straßenbahn und wir stiegen ein. Das Wetter war leider nicht so sonnig wie die letzten Tage, aber das störte uns nicht weiter. Angekommen am Treffpunkt, waren wir 17 Ranger. Adrian eröffnete den Stammtreff mit einem Gebet und nach einigen Ansagen. Jedes Team bekam eine Karte und an jedem Punkt gab es Aufgaben zu lösen, um den jeweils nächsten Punkt zu ermitteln. Leider fing es jetzt doch an zu regnen, sodass wir nur eine Karte benutzten, damit die anderen trocken blieben. Die erste Aufgabe war ganz schön schwierig. Wir mussten mit besonders großen Zahlen rechnen. Die Richtung und die Entfernung von unserem aktuellen Punkt zum Zielpunkt war vorgegeben und nun mussten wir die Entfernung in Zentimeter umrechnen und durch den Kartenmaßstab teilen, damit wir auf der Karte abmessen können, wo der Punkt ist. Nun starteten wir und erreichten nach einiger Zeit den ersten Punkt. Dort regnete es etwas mehr, sodass wir uns zur Lösung der nächsten Aufgabe unter einige Nadelbäume stellten. Auf der Karte hatten wir zu Beginn der Wanderung zwei Bezugspunkte eingezeichnet und ermittelten nun den nächsten Punkt durch Angabe einer Richtung und Entfernung vom Bezugspunkt A. Das muss ich mir nochmal ganz genau erklären lassen. Ich fand das viel zu schwer. Trotzdem haben wir die Aufgabe irgendwie gelöst und liefen weiter zum zweiten Punkt. Dort angekommen sollten wir einer Spur von Waldläuferzeichen folgen. Aber... Es war keins zu sehen! Adrian hatte die Spur am Dienstag gelegt und gestern ist seine Freundin den Weg nochmal kontrollieren gewesen. So musste Adrian trotz allem das erste Zeichen neu legen. Die meisten Zeichen der Spur waren noch ganz. Besonders ein Zeichen war raffiniert. "Eine Nachricht in 10m Entfernung und zwei metern Höhe." Um dieses Zeichen zu lesen mussten wir tatsächlich den Waldläuferzeichenplan benutzen, der uns vorher ausgeteilt wurde. Die Nachricht war ein Stock, in den das Wort "weiter" eingeschnitzt war und der an einer Seite eine Spitze hatte. Also ganz eindeutig: Weiterlaufen in die Richtung, in die die Spitze zeigte. So folgten wir der Spur noch ein ganzes Stück und erreichten so den nächsten Punkt. Dort war eine Dose versteckt, in der der nächste Hinweis war: "Gut gemacht! Jetzt ab zum Jennystein, dort ist Mittagspause." Wir suchten den Jennystein auf der Karte, fanden ihn und gingen los. Endlich was futtern! Vielen Kindern war inzwischen kalt, aber einmal die Treppenstufen runter und wieder rauf zu rennen erwärmte schließlich jeden. Plötzlich wurden wir gefragt, wie viele Schneeleoparden es braucht, um einen Teamleiter umzuwerfen. Oooooohhhhh! Na das wollen wir doch mal sehen. Wir waren insgesamt fünf Jungs und ich gegen Adrian. Gemeinsam versuchten wir, seine Beine wegzuziehen, aber er bewegte sich fast gar nicht. Nach mehreren Minuten hörten wir auf.
Es gab nun zwei Möglichkeiten, unsere Wanderung fortzusetzen: Entweder die Treppen hoch oder runter. Die meisten wollten lieber die Treppen runter, also folgten wir dem unteren Weg ein Stück, bis wir an eine Brücke kamen. Dort befand sich Punkt 4. Die Aufgabe war ein kurzer Text in Morsezeichen, der uns sagte, wir sollten von nun an nach norden laufen. Nach etwa zwei Kilometern fanden wir den nächsten Punkt. Da alle Punkte mit einem roten Faden markiert waren, mussten wir immer besonders wachsam sein, wenn wir die Punkte nicht verpassen wollten. Hier kamen plötzlich vier Jungs aus dem Fuchs-Team auf die Idee, Adrian ein Stück zu tragen. Oha... Da haben sie sich ja ziemlich viel vorgenommen! Zuerst wurde allerdings die nächste Aufgabe verteilt. Ein Kroki. Krokis sind Wegdarstellungen, bei denen nur die Abzweige eingezeichnet werden. Wir sollten noch zur Übung kurz auf den Boden malen, wie das Kroki bei welcher Art von Kreuzung aussehen würde. Das war ganz einfach und jeder hat es begriffen. An diesem Punkt bekam dann auch der neue Ranger unsere Stammnummer und einem anderen wurde zum Geburtstag gratuliert. Nun setzten wir uns in Bewegung, Adrian getragen von den vier Jungs. Die haben ziemlich lange durchgehalten! Nun wollten die Jungs aus unserem Team auch getragen werden. Mal auf den Schultern, mal auf dem Arm, dann mal zwei Jungs an jeweils einem Arm. Ab und zu hingen wir sogar kopfrum an Adrians Arm! Das war besonders lustig. kurz vor dem nächsten Punkt erreichten wir eine kleine Hütte. Es nieselte zwar kaum noch, wir waren aber trotzdem froh, im trockenen zu sein. Hier gab es nun eine kleine Andacht. Adrian hatte eine Karte dabei, auf der der Weg eingezeichnet war, den das Volk Israel gegangen war, als sie mit Mose aus Ägypten flohen. Wir wurden nun gefragt, warum die für die Strecke vierzig Jahre gebraucht hatten, obwohl der Weg den wir heute schon zurückgelegt hatten doch auf unserer Karte viel länger war. Hmmm... Einige Kids antworteten "Die waren ja viel, viel mehr leute und sind deshalb nicht so schnell voran gekommen." oder "Na die sind ja auch im Kreis gelaufen.". Schließlich sagte jemand: "Die Karte hat doch einen ganz anderen Maßstab!". Ja, das war die richtige Antwort. Als nächstes fragte Adrian, woran sich denn die Israeliten damals orientiert hätten. Auch hier gab es wieder ganz verschiedene Antworten: "Na an den Sternen natürlich!", "Nachts hat Gott sie als Feuersäule geführt und am Tag als Wolkensäule." und "Die hatten ja Mose dabei, der hat immer bei Gott nachgefragt, wo sie hinsollen.". Jetzt erzählte Adrian, dass man Gott nicht nur fragen kann, wenn man im Wald an einer Kreuzung steht, sondern auch bei ganz normalen Entscheidungen jeden Tag. Er erzählte, wie er Gott fragte, ob er lieber studieren oder Zivildienst machen sollte und wie Gott darauf schließlich geantwortet hat. Zuletzt ermutigte er alle, das selbst mal auszuprobieren.
Nun ging die Wanderung weiter. Den nächsten Punkt bestimmten wir wieder über die Richtung und Entfernung zum aktuellen Punkt. An einer Stelle wären wir beihnahe falsch abgebogen, aber merkten es doch noch rechtzeitig. Zwischendurch fiel einem Jungen auf, dass in der Seitentasche von Adrians Rucksack etwas drin war. "Was ist das denn?", wollte er wissen. Adrian antwortete: "Das ist ein universelles Befestigungssystem. Damit kann ich fast alles fast überall befestigen.". Die Rede war von Adrians Gurtbändern, an denen Klettverschlüsse angenäht sind. "Man könnte die sogar als Handschellen verwenden.", ergänzte er. Das wollten natürlich einige Jungs ausprobieren. Wenige Minuten später liefen vier Jungs mit zusammengebundenen Händen auf dem Weg und versuchten sich zu befreien. Manche schafften es sogar. Vielleicht spielen wir irgendwann in einem Teamtreff mal Räuber und Gendarm, dann dürfen die Gendarmen die Räuber auch damit festbinden! Auf diese Art kam uns der Weg zum nächsten Punkt sehr kurz vor. Hier gab es nun eine neue Aufgabe: Irgendwo in der näheren Umgebung ist ein Geocache versteckt. Das ist soetwas wie das Ziel einer modernen Schatzsuche. Wir zogen nun durch das Unterholz, um den Geocache zu finden. Tatsächlich war er ziemlich schnell gefunden. In einem etwas dickeren Plasteröhrchen war ein Logbuch versteckt, in dem wir uns als RoyalRanger Stamm 280 Dresden 2 eintrugen. Zusätzlich stempelten wir noch einen Tatzenabdruck mit meinem Stempel hinein.
Den letzten Punkt mussten wir über den Bezugspunkt B ermitteln. Diesmal waren wir schon etwas geübter und fanden wir die Lösung recht schnell. Bereits eine halbe Stunde eher als geplant, trafen wir an unserem Zielpunkt an. Nach unserer Abschlussrunde wurden einige Ranger gleich dort abgeholt, die meisten Anderen fuhren gemeinsam mit der Straßenbahn zurück. Wieder zu Hause, waren wir noch zu fünft. Wir spielten noch ein paar Runden Tischfußball. Das macht echt Spaß! Später zur Jugend gab es dann Nudeln mit Tomatensoße. Hmmmmm.