Die Rückfahrt nach Dresden sollte in zwei Etappen stattfinden. Heute fuhren wir nach Nürnberg, wo wir bei Ralf, dem Stammleiter vom Rangerstamm Nürnberg 3, übernachten würden. In seinem VW T2 fuhren wir also richtung Nürnberg, hielten noch an einer Tankstelle zum Eis essen und Adrian schlief gleich danach ein. Ich habe mir unterwegs nichts entgehen lassen. Auf der Autobahn habe ich erst gelbe Autos gezählt, aber bei hundert aufgehört und mit grünen weitergemacht. Bei Ralf wurden wir sehr stürmisch von seiner kleinen Tochter begrüßt, die sich total darüber freute, dass wir alle da waren. Zum Abendessen freuten wir uns über Spätzle mit echten "Nürnbergern", das sind diese kleinen Würstchen. Ich bekam ganz große Augen, als vor mir ein riesengroßer Teller hingestellt wurde - Das alles soll ich essen?! Da würde ich doch platzen! Adrian hatte sogar eine noch größere Portion und wir waren beide sehr satt. Nach dem Essen berichteten wir vom Baumkletterworkshop und von unserem Stamm.
Ralf zeigte uns schließlich, wo wir übernachten würden. In seinem Haus ist die Spitze vom Dachboden ausgebaut, sodass man oben eine total gemütliche Höhle hat. Ich sprang mit einem großen Satz auf die große Matratze, zwinkerte Adrian zu und fragte grinsend, wo er denn dann heute Nacht schlafen würde. Für diesen Scherz wurde ich erstmal gründlich durchgekitzelt und quietschte vor Vergnügen. "Mach es dir schonmal bequem, ich gebe Ralf noch meine Fotos.", sagte er mir und machte sich wieder auf den Weg nach unten. Während er weg war, hatte ich jede Menge Zeit, mir aus der Matratze, der Decke und dem Kopfkissen eine Schneeleopardenhöhle zu bauen.
Irgendwann kam Adrian auch wieder nach oben und bestaunte mein Werk. "Tadaaaa!", begrüßte ich ihn. "Wow, das ist dir ja gut gelungen.", lobte er mich. Gemeinsam vergrößerten wir die Höhle, sodass wir zu zweit Platz hatten und glücklich und zufrieden einschliefen.
Samstag, 31. Mai 2014
Höhlenwanderung und Baumklettern
Wir mussten heute etwas zeitiger aufstehen, denn es war viel geplant. Noch vor dem Frühstück wurden neue Teams eingeteilt, damit alle, die Interesse an Höhlen hatten, durch die Gustav-Jakob-Höhle kriechen konnten. Diese Höhle ist so eng, dass sie auch "Geburtshöhle" genannt wird. Adrian und ich wollten uns das jedenfalls nicht entgehen lassen, also frühstückten wir mit den anderen Höhleninteressierten auf dem Campplatz, während die anderen Teams sich mit ihrem Frühstück auf den Weg zu ihren Stationen machten, vor allem, um sich gute Plätze zu sichern.
Unsere Höhlenwanderungsgruppe bereitete sich nun auf die Höhle vor. Jeder musste festes Schuhwerk, zwei Taschenlampen und einen Helm mitnehmen. Außer Adrian zogen auch alle eine Jacke an. Er trug seine Kluft und war damit der einzige, der auf Fotos als Ranger zu erkennen ist. Deshalb wurden Fotos vor allem von ihm gemacht.
Mit dem Auto ging es nun wieder weiter. Adrian, eine Rangerin aus dem Bundesbüro und ich durften in einem Firmenauto hinten drin mitfahren, obwohl gar keine Sitze eingebaut waren. Das war sehr lustig.
Die Höhle war tatsächlich sehr eng. Glücklicherweise bin ich ziemlich klein und passe überall durch, aber die anderen konnten in der Höhle nur an sehr wenigen Stellen aufrecht stehen. In der Höhle gab es unzählige kleine Tropfsteine. Das gefiel mir sehr gut. Die dünnste Stelle der Höhle war genau am Ende. Adrian musste sich seitlich hinlegen, die Beine voran und sich dann durchschieben. Ich hatte mich in der Spalte mit einer Tatze eingeklemmt und musste von einem Ranger befreit werden. Nach der Höhle sahen alle ziemlich dreckig aus.
Mit den Autos ging es nun weiter zu der Stelle, an der unsere anderen Rangerfreunde vom Workshop schon den ganzen Vormittag verbracht hatten. Bevor wir mitmachten, gab es aber zuerst etwas zu essen.
Der Baumkletterworkshop ging nun weiter mit Slacklines, Cambiumschutz, dem einschießen von Wurfseilen und dem hochprusiken an einem Seil (so nennt man das, wenn man mit Prusikknoten hochsteigt). Zum Schluss bauten wir noch eine Riesenschaukel, bei der wir alles anwenden mussten, was wir gelernt hatten. Die Seile waren in 15m Höhe angebracht und jeder, der wollte, wurde mit seinem Klettergurt eingehängt, hochgezogen und konnte schließlich kurz schaukeln.
Jetzt war der Workshop leider schon fast zuende. Nach der Rückfahrt zum Campplatz wurde alles abgebaut. In der Schlussrunde gab es noch einiges Wissenswertes zu Seilkunde, bevor das Leihmaterial zurückgegeben und abgerechnet wurde. Es gab außerdem die Teilnehmerurkunden und einige NKK-Hefte, denn das Workshop-Wochenende war zum Teil ein Ersatz für den in diesem Jahr nicht stattgefundenen Nationalen Kletterkurs.
Die letzte Aktion war ein gemeinsames Gruppenfoto. Wer danach noch Zeit, Lust und Geld hatte, konnte auch noch bei einem kleinen Sonderverkauf günstig Klettermaterial erwerben, doch wir sind gut ausgestattet, sodass wir uns nicht anstellten.
Unsere Höhlenwanderungsgruppe bereitete sich nun auf die Höhle vor. Jeder musste festes Schuhwerk, zwei Taschenlampen und einen Helm mitnehmen. Außer Adrian zogen auch alle eine Jacke an. Er trug seine Kluft und war damit der einzige, der auf Fotos als Ranger zu erkennen ist. Deshalb wurden Fotos vor allem von ihm gemacht.
Mit dem Auto ging es nun wieder weiter. Adrian, eine Rangerin aus dem Bundesbüro und ich durften in einem Firmenauto hinten drin mitfahren, obwohl gar keine Sitze eingebaut waren. Das war sehr lustig.
Die Höhle war tatsächlich sehr eng. Glücklicherweise bin ich ziemlich klein und passe überall durch, aber die anderen konnten in der Höhle nur an sehr wenigen Stellen aufrecht stehen. In der Höhle gab es unzählige kleine Tropfsteine. Das gefiel mir sehr gut. Die dünnste Stelle der Höhle war genau am Ende. Adrian musste sich seitlich hinlegen, die Beine voran und sich dann durchschieben. Ich hatte mich in der Spalte mit einer Tatze eingeklemmt und musste von einem Ranger befreit werden. Nach der Höhle sahen alle ziemlich dreckig aus.
Mit den Autos ging es nun weiter zu der Stelle, an der unsere anderen Rangerfreunde vom Workshop schon den ganzen Vormittag verbracht hatten. Bevor wir mitmachten, gab es aber zuerst etwas zu essen.
Der Baumkletterworkshop ging nun weiter mit Slacklines, Cambiumschutz, dem einschießen von Wurfseilen und dem hochprusiken an einem Seil (so nennt man das, wenn man mit Prusikknoten hochsteigt). Zum Schluss bauten wir noch eine Riesenschaukel, bei der wir alles anwenden mussten, was wir gelernt hatten. Die Seile waren in 15m Höhe angebracht und jeder, der wollte, wurde mit seinem Klettergurt eingehängt, hochgezogen und konnte schließlich kurz schaukeln.
Jetzt war der Workshop leider schon fast zuende. Nach der Rückfahrt zum Campplatz wurde alles abgebaut. In der Schlussrunde gab es noch einiges Wissenswertes zu Seilkunde, bevor das Leihmaterial zurückgegeben und abgerechnet wurde. Es gab außerdem die Teilnehmerurkunden und einige NKK-Hefte, denn das Workshop-Wochenende war zum Teil ein Ersatz für den in diesem Jahr nicht stattgefundenen Nationalen Kletterkurs.
Die letzte Aktion war ein gemeinsames Gruppenfoto. Wer danach noch Zeit, Lust und Geld hatte, konnte auch noch bei einem kleinen Sonderverkauf günstig Klettermaterial erwerben, doch wir sind gut ausgestattet, sodass wir uns nicht anstellten.
Freitag, 30. Mai 2014
Baumkletterworkshop
Heute bin ich wieder ganz früh wach geworden. Das Wetter war nicht ganz so warm und auch etwas feucht. Ich brauchte etwa 5 Minuten, um Adrian wach zu bekommen. Ich sprang auf ihm herum und als er mich fangen wollte, sprang ich schnell weg, lief um ihn herum und stupste ihn von der anderen Seite an. Hihi... Das war sehr lustig. Erwischt hat er mich trotzdem und dann wurde ich erstmal gründlich durchgekitzelt.
Gestern hatten wir uns bereit erklärt, Feuer zu machen. Der Zunder lag bereit und obwohl das andere Holz feucht war, brannte das Feuer auch diesmal wieder ohne die Brennpaste.
Schon bald kamen auch die anderen Ausbilder aus den Jurten, sodass wir gemeinsam frühstücken konnten. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis die anderen Teilnehmer anreisten. Wir hatten bereits unsere Kletterausrüstung, aber bis alle anderen ebenfalls versorgt waren, verging noch eine ganze Weile. Viele hatten eigenes Kletterzeug dabei, was aber natürlich zuerst von der Workshopleitung begutachtet werden musste.
Schließlich trafen auch die letzten Teilnehmer ein und der Workshop startete mit Ansagen, einer kurzen Andacht und der Gruppeneinteilung. Sofort nach der Anfangsrunde klarte dann auch das Wetter auf, sodass wir wunderbaren Sonnenschein hatten.
Mit Autos fuhren wir nun zu den Stationen. Unsere Baumkletterstation war nicht die einzige Station. Ein anderes Team unternahm eine Höhlenwanderung durch eine Wasserhöhle und ein drittes Team lernte die Grundlagen des Abseilens von Felsen.
In den folgenden Stunden lernten wir viele Dinge über Slacklines, Monkey-Climbing-Sets, Würgeschlingen, Mohawk-Walks und Überquerungstechniken, sowie Cambiumschutz und Sicherheit bei Baumkletteraktionen. All diese Dinge probierten wir natürlich auch aus. Zwischendrin machten wir eine Mittagspause und leerten die mitgenommene Essenskiste komplett.
Am späten Nachmittag traten wir die Rückfahrt zum Campplatz an. Dort sammelten wir Holz, machten Feuer, bauten eine weitere Jurte auf, sangen gemeinsam, hörten eine weitere Andacht und freuten uns über den schönen Sonnenuntergang. Auch das Abendbrot war wieder sehr lecker - Es gab saftiges Grillfleisch mit Brot und Salaten.
Gestern hatten wir uns bereit erklärt, Feuer zu machen. Der Zunder lag bereit und obwohl das andere Holz feucht war, brannte das Feuer auch diesmal wieder ohne die Brennpaste.
Schon bald kamen auch die anderen Ausbilder aus den Jurten, sodass wir gemeinsam frühstücken konnten. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis die anderen Teilnehmer anreisten. Wir hatten bereits unsere Kletterausrüstung, aber bis alle anderen ebenfalls versorgt waren, verging noch eine ganze Weile. Viele hatten eigenes Kletterzeug dabei, was aber natürlich zuerst von der Workshopleitung begutachtet werden musste.
Schließlich trafen auch die letzten Teilnehmer ein und der Workshop startete mit Ansagen, einer kurzen Andacht und der Gruppeneinteilung. Sofort nach der Anfangsrunde klarte dann auch das Wetter auf, sodass wir wunderbaren Sonnenschein hatten.
Mit Autos fuhren wir nun zu den Stationen. Unsere Baumkletterstation war nicht die einzige Station. Ein anderes Team unternahm eine Höhlenwanderung durch eine Wasserhöhle und ein drittes Team lernte die Grundlagen des Abseilens von Felsen.
In den folgenden Stunden lernten wir viele Dinge über Slacklines, Monkey-Climbing-Sets, Würgeschlingen, Mohawk-Walks und Überquerungstechniken, sowie Cambiumschutz und Sicherheit bei Baumkletteraktionen. All diese Dinge probierten wir natürlich auch aus. Zwischendrin machten wir eine Mittagspause und leerten die mitgenommene Essenskiste komplett.
Am späten Nachmittag traten wir die Rückfahrt zum Campplatz an. Dort sammelten wir Holz, machten Feuer, bauten eine weitere Jurte auf, sangen gemeinsam, hörten eine weitere Andacht und freuten uns über den schönen Sonnenuntergang. Auch das Abendbrot war wieder sehr lecker - Es gab saftiges Grillfleisch mit Brot und Salaten.
Donnerstag, 29. Mai 2014
Zwei Wochen Reise-Action: Etappe 10 - Auf zum Workshop-Wochenende nach Grabenstetten
Die letzten beiden Tage haben wir die ganze Anfahrt zum Workshop-Wochenende organisiert. Adrian hat eine Mitfahrgelegenheit angerufen und es so abgeklärt, dass wir die Bahntickets in Dresden holen und die Leute dann zusteigen. Zuerst war geplant, dass wir zwei mal bei Adrians Schwester übernachten, aber das ging wohl nun doch nicht. Jedenfalls waren wir gut vorbereitet. Die Taschen waren gepackt und Adrian hatte ein Kroki gezeichnet, um vom Bahnhof bis zum Campgelände zu laufen (5,6 Km durch den Wald).
Heute früh ging es dann endlich los. Wir fuhren zum Hauptbahnhof, kauften das Ticket und setzten uns in die Bahn nach Nürnberg. Dort stiegen wir um in die Bahn nach Stuttgart, wo wir ein weiteres mal umstiegen. In der Bahn nach Bad Urach begegneten uns einige ziemlich nette Leute mit Kindern, die sich sehr für Ranger interessierten. Wir redeten kurz miteinander, doch dann mussten wir bereits aussteigen. Jetzt marschierten Adrian und ich los in Richtung Campgelände. Zwar fanden wir die richtige Straße erst auf Nachfrage, aber das war schon in Ordnung. Schließlich waren wir zum ersten Mal hier. Der Einstiegspunkt zum Kroki lag hinter einem Campingplatz. Wir hatten diesen Campingplatz fast erreicht, als plötzlich von hinten ein Auto scharf vor uns in eine Einfahrt einbog, jemand heraus sprang und uns anschrie: "EINSTEIGEN!"
Wir waren ziemlich verdutzt und wossten nicht so recht, was wir davon halten sollten. Weder der Mann, noch das Fahrzeug oder die anderen Personen im Auto waren als Ranger zu erkennen. Der Mann hatte inzwischen auch schon den Kofferraum geöffnet und schien es wirklich ernst zu meinen. Adrian fragte etwas zurückhaltend: "Seid ihr Ranger?". In diesem Moment fiel sein Blick auf einen typischen Ranger-Hut im Kofferraum und tatsächlich entpuppten sich die komischen Typen als Ausbilderteam des Workshops. Sie waren gerade auf dem Weg zu einer Höhle, in die ein Teil der Workshopteilnehmer morgen klettern würde. So kamen auch wir dazu, wenigstens den Eingang zu begutachten. Auch den Platz, an dem der Baumkletterworkshop morgen stattfinden sollte, wurde von uns in Augenschein genommen.
Auf dem Campgelände angekommen, konnten wir uns gleich nützlich machen. Wir halfen bei der Vorbereitung des Abendessens. Ein Ausbilder zündete schließlich ein Feuer an. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, dass er dazu Desinfektionsmittel als Brennpaste benutzte. Das zweite Feuer brannten schließlich Adrian und ich an. Ganz klassisch legten wir ein A-Feuer zurecht, füllten es mit Zunder und benötigten nur ein einziges Streichholz, um es anzubrennen. Natürlich komplett ohne die Brennpaste. Während das Essen zubereitet wurde, bauten wir noch eine zweite Jurte auf.
Schließlich konnten wir uns über eine reichliche Mahlzeit freuen.
Es gab Steaks vom Grill, Brot und gebratenes Gemüse. Schließlich begegnete ich noch einen kleinen braunen Teddybären. Er war sehr, sehr schüchtern. Für ihn war es das erste Mal, dass er nicht zu Hause übernachtete und so nahm ich ihn in den Arm und erzählte ich ihm, wie das so ist und dass er sich gar keine Sorgen machen muss. Der Tag wurde am Lagerfeuer mit gemeinsamem Singen beendet und danach schliefen wir glücklich in der großen Jurte ein.
Heute früh ging es dann endlich los. Wir fuhren zum Hauptbahnhof, kauften das Ticket und setzten uns in die Bahn nach Nürnberg. Dort stiegen wir um in die Bahn nach Stuttgart, wo wir ein weiteres mal umstiegen. In der Bahn nach Bad Urach begegneten uns einige ziemlich nette Leute mit Kindern, die sich sehr für Ranger interessierten. Wir redeten kurz miteinander, doch dann mussten wir bereits aussteigen. Jetzt marschierten Adrian und ich los in Richtung Campgelände. Zwar fanden wir die richtige Straße erst auf Nachfrage, aber das war schon in Ordnung. Schließlich waren wir zum ersten Mal hier. Der Einstiegspunkt zum Kroki lag hinter einem Campingplatz. Wir hatten diesen Campingplatz fast erreicht, als plötzlich von hinten ein Auto scharf vor uns in eine Einfahrt einbog, jemand heraus sprang und uns anschrie: "EINSTEIGEN!"
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| Unser Feuer! |
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| Der kleine braune Teddy und ich |
Schließlich konnten wir uns über eine reichliche Mahlzeit freuen.
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| Abends am Feuer |
Es gab Steaks vom Grill, Brot und gebratenes Gemüse. Schließlich begegnete ich noch einen kleinen braunen Teddybären. Er war sehr, sehr schüchtern. Für ihn war es das erste Mal, dass er nicht zu Hause übernachtete und so nahm ich ihn in den Arm und erzählte ich ihm, wie das so ist und dass er sich gar keine Sorgen machen muss. Der Tag wurde am Lagerfeuer mit gemeinsamem Singen beendet und danach schliefen wir glücklich in der großen Jurte ein.
Dienstag, 27. Mai 2014
Regenwetter
Auweia! Heute hat es so sehr geschüttet, dass Adrians Laptop im Rucksack ziemlich tief im Wasser stand! Als er triefend nass nach Hause kam, blieb er zuerst eine Etage tiefer im Bad, um seinen Rucksack zu leeren. Dabei strömte eine große Menge Wasser direkt aus dem Laptop. Er hat sofort den Akku rausgenommen und ihn seitlich aufgeklappt auf ein Handtuch gestellt. Aber daran, dass ich dir schreibe, siehst du, dass er noch funktioniert. Zum Hauskreis ist Adrian in Badesachen gefahren, weil es immernoch so nass war. Als er zurück kam, hat er den Laptop wieder angeschaltet und festgestellt, dass er noch funktioniert. Puh... Glück gehabt!
Ich habe den Tag genutzt, um ein paar interessante Bücher zu lesen.
Ich habe den Tag genutzt, um ein paar interessante Bücher zu lesen.
Montag, 26. Mai 2014
Zwei Wochen Reise-Action: Etappe 9 - Mit Fahrrad von Meißen nach Dresden
Heute schlief ich besonders lange. Ich war kaum zwei Stunden wach, als Adrian nach Hause kam. Es war schon 16:30 Uhr! Er ist sehr früh aufgestanden, denn er musste schließlich arbeiten. Bei diesem schönen Wetter hat er allerdings rückzu sein Fahrrad benutzt, um von Meißen nach Dresden zu gelangen. Wir schauten uns kurz ein paar Bilder vom NTT an, dann musste er aber schon wieder los zur Mitarbeiterbesprechung. Während er weg war, habe ich einen langen Brief an Lisa geschrieben. Sie will bestimmt ganz genau wissen, was ich in den letzten Tagen erlebt habe.
Zwei Wochen Reise-Action: Etappe 8 - Rückfahrt vom NTT
Jetzt sollte die achte Etappe der zweiwöchigen Reise-Action beginnen: Die Rückfahrt vom NTT. Unser Gepäck im Kofferraum und die Flagge gut Sichtbar hinten rein gehängt, starteten wir richtung Osten. Noch schnell vollgetankt und die Kilometer schmolzen dahin.
Auf dem Weg machten wir nur eine einzige Pause. Die Wassermelone musste jetzt dran glauben und auch die Reste unserer EPAs wurden vertilgt. Am Bahnhof Schkeuditz, etwas außerhalb von Leipzig, setzte Immi uns ab und wir fuhren nun ohne ihn mit der Bahn zum Leipziger Hauptbahnhof. Mona hatte für uns einen Platz im Fernbus von Leipzig nach Dresden organisiert, doch obwohl wir vom Bahnsteig bis zur Fernbusstation rannten und zwei Minuten vor Abfahrtszeitpunkt eintrafen, war der Bus bereits abgefahren. Das bedeutete also über eine Stunde warten und ein teures Ticket für den Zug kaufen. Die Zeit nutzten wir, indem wir bei Subway ein Thunfischbrötchen bestellten und mit Mona telefonierten. 23:03 Uhr fuhr schließlich die Bahn ab, erreichte 0:24 Uhr den Dresdner Hauptbahnhof und wir mussten nicht lange auf die Straßenbahn warten, die uns fast bis nach Hause brachte. Punkt 1 Uhr waren wir schließlich da. Die nächsten beiden Stunden benötigten wir zum Wäsche waschen, Schlafsack, Isomatte und Tarp lüften und trocknen, duschen und sehr wichtige E-Mails zu beantworten. 3 Uhr schliefen wir schließlich erschöpft ein.
Auf dem Weg machten wir nur eine einzige Pause. Die Wassermelone musste jetzt dran glauben und auch die Reste unserer EPAs wurden vertilgt. Am Bahnhof Schkeuditz, etwas außerhalb von Leipzig, setzte Immi uns ab und wir fuhren nun ohne ihn mit der Bahn zum Leipziger Hauptbahnhof. Mona hatte für uns einen Platz im Fernbus von Leipzig nach Dresden organisiert, doch obwohl wir vom Bahnsteig bis zur Fernbusstation rannten und zwei Minuten vor Abfahrtszeitpunkt eintrafen, war der Bus bereits abgefahren. Das bedeutete also über eine Stunde warten und ein teures Ticket für den Zug kaufen. Die Zeit nutzten wir, indem wir bei Subway ein Thunfischbrötchen bestellten und mit Mona telefonierten. 23:03 Uhr fuhr schließlich die Bahn ab, erreichte 0:24 Uhr den Dresdner Hauptbahnhof und wir mussten nicht lange auf die Straßenbahn warten, die uns fast bis nach Hause brachte. Punkt 1 Uhr waren wir schließlich da. Die nächsten beiden Stunden benötigten wir zum Wäsche waschen, Schlafsack, Isomatte und Tarp lüften und trocknen, duschen und sehr wichtige E-Mails zu beantworten. 3 Uhr schliefen wir schließlich erschöpft ein.
Sonntag, 25. Mai 2014
Südeifel-NTT vierter Tag
Der letzte Tag des NTT begann wieder ziemlich entspannt. Frühstück sollte es heute für alle gemeinsam geben, sodass wir kein Wasser kochten, sondern gleich unsere Sachen zusammenpackten. Jörn kam plötzlich auf Adrian zu und meinte "Herzlichen Glückwunsch zum Einjährigen!". Jetzt fiel es mir wieder ein: Adrian hatte erwähnt, dass der letzte Tag des NTT genau der Tag wäre, an dem er vor einem Jahr zum ersten Mal etwas mit den Rangern zu tun hatte! Ich gratulierte auch und Adrian freute sich sehr darüber.
Nach und nach versammelten wir uns in der großen Höhle. Zum Frühstück gab es die Brötchen, die ich gestern hergetragen hatte. Die Vögel zwitscherten und die Sonne schien durch das saftige grün der Bäume. Während die anderen noch aßen, spielte ich mit Tobi: Er muste versuchen, auf meinen Schatten zu springen und ich musste versuchen, auf seinen zu springen. Das war echt lustig.
Es sollte nun noch einen Pflanzenkunde-Workshop geben, der weiter unten am Fluss stattfand. Bevor wir allerdings dorthin durften, musste der gesamte Platz ordentlich aufgeräumt- und das ganze Material wieder an den Autos sein. Die Kisten von gestern waren jetzt viel leichter, aber ich konnte nur eine davon hochtragen, weil die andere schon jemand anderes genommen hatte.
Der Naturkundeworkshop war sehr spannend. Jorei, eine der Ausbilderinnen, erzählte, dass sie bereits schon einmal eine sehr schwere Lebensmittelvergiftung hatte, weil sie Kräuter verwechselt hatte. Deshalb dürfen wir NIEMALS Kräuter oder Pilze pflücken und essen, von denen wir nicht ganz, ganz, ganz genau wissen, dass sie genießbar sind! Sonst ist am Ende wirklich noch ein Rettungseinsatz nötig.
Nach dem Workshop gab es neue Koordinaten. Unser Team lief als fünftes Team los. Unsere Laune war sogar noch besser als an den Tagen vorher und so stimmten wir aus voller Kehle Ranger- und Lobpreislieder an. In zügigem Wandertempo holten wir schon bald ein Mädel-Team ein und sahen auch schon das nächste Mädel-Team, die Antilopen. Wir liefen auch an denen vorbei und kamen an eine Stelle, an der wir kurz Pause machten. Auch die Antilopen machten hier Pause und so unterhielten wir uns kurz. Dabei erzählten sie uns, dass eine Rangerin aus ihrem Team am Bein eine Art Hautkrankheit hat. Es kam der Vorschlag, ob wir nicht am Ziel dafür beten wollen würden. "Warum erst am Ziel und nicht jetzt sofort?", fragte Adrian und so war es beschlossene Sache. Wir legten ihr die Hände auf und beteten für Heilung. Auch Tobi und ich waren ganz nah dran. Gott macht sie bestimmt gesund. Ganz sicher.
Irgendwie verstanden sich unsere Teams echt gut und so beschlossen wir, den Rest der Strecke gemeinsam zu laufen. Für uns wurde das Tempo dadurch zwar langsamer, wir hatten aber tolle Gespräche und ich durfte ein ganzes Stück auf Tobi reiten. Natürlich waren wir nun ein Team und änderten deshalb unseren Namen. Ab jetzt waren wir nicht mehr die Dachse und die Antilopen, sondern ganz einfach die Dachsilopen! Das fand ich toll! Dachsilopen klingt wirklich lustig.
Wir sangen weiterhin Lieder und kamen gut voran. Auch die Antilopen hatten angefangen, als Team durchzuzählen und so kam uns eine Idee: Wir zählen jetzt abwechselnd durch: 1-1-2-2-3-3-4-4-5-5-6-7. Damit am Ende nicht drei Männer die letzten Zahlen sagten, fing Francesco an.Wir gelangten an eine Brücke, an der wir ein Dachsilopen-Teamfoto machten. Auch unsere Flagge fehlte natürlich nicht.
Auf dem letzten Stück haben wir wohl auch das zweite Team überholt, denn als wir ankamen, war
erst das Team da, welches als erstes losgelaufen ist. In Zweierreihen kamen wir auf dem Platz an, zählten durch und reifen anschließend: "Das Team der Dachsilopen ist vollzählig"
Das schien den Ausbildern sehr zu gefallen. Jetzt hatten wir freie Zeit, bis das letzte Team eintreffen würde. Wir konnten unser restliches Essen vertilgen, uns unterhalten und Tobi und ich spielten wieder miteinander.
Schließlich waren alle Teams da. (Ein Team hatte sich sehr verlaufen und musste mit Autos abgeholt werden). Es gab eine Ansage von Vitali und wir warteten, bis alle Ausbilder gegangen waren. Dann sollten wir nach ein paar Minuten Teamweise hintereinander laufend folgen. Das Ziel war der Felsenweiher, ein kleiner Teich, umgeben von Felsen und mit einem Ring aus Steinplatten, über die man eine Runde um den Teich laufen konnte. An der Hinterseite war dieser Steinplattenweg deutlich breiter, dort standen alle Ausbilder nebeneinander. Die Stimmung war sehr feierlich. Es ging auch gleich zur Sache. Hintereinander liefen wir nun alle den Steinplattenweg entlang bis zu den Ausbildern, schüttelten jedem von ihnen die Hand, bekamen unsere Teilnehmerurkunden und liefen dann weiter, bis wir alle auf den Steinplatten standen und die Ausbilder ihre Ausbilderurkunden erhielten. Es gab noch einige freundliche Worte zur Verabschiedung und so war es plötzlich schon vorbei, das NTT.
Moment... Keine neuen Koordinaten mehr? Keine nächste Etappe? Keine Workshops mehr? Kein Wasser kochen mehr mit dem Trangia? Reiten auf Tobi - vorbei? Waren das wirklich schon vier Tage? Plötzlich wurde ich ziemlich traurig. Es war so eine schöne Zeit hier. Unser Team war klasse und ich könnte bestimmt noch eine ganze Woche hier weiterwandern. "Können wir nicht noch ein paar Tage hier bleiben?", fragte ich Adrian. Er entgegnete: "Weist du, ich fand die Zeit auch echt schön hier. Die Natur, unser Team, die Ausbilder, alles was wir gelernt haben... Aber irgendwann muss man eben auch wieder zurück. Wenn wir das jeden Tag hätten, wäre es doch nichts besonderes mehr. Vielleicht fahre ich ja irgendwann mal als Ausbilder hier her, wer weis. Dann darfst du natürlich wieder mit. In Dresden wartet unser Stamm auf uns und nächstes Wochenende fahren wir auch wieder weg. Erinnerst du dich? Wir wollen Baumklettern lernen!"
Jetzt fand ich es schon nicht mehr ganz so schlimm. Auf dem Weg zurück zum Platz liefen Tobi und ich nebeneinander. Auch Tobi war ein bisschen traurig.Vielleicht sehen wir uns ja auf dem Bundescamp!
Als Adrian fertig war, seine Fotos auf einen Laptop eines Ausbilders zu überspielen, fuhren wir los...
| Gemeinsam Müll aufsammeln - Auch die Ausbilder machen mit |
Es sollte nun noch einen Pflanzenkunde-Workshop geben, der weiter unten am Fluss stattfand. Bevor wir allerdings dorthin durften, musste der gesamte Platz ordentlich aufgeräumt- und das ganze Material wieder an den Autos sein. Die Kisten von gestern waren jetzt viel leichter, aber ich konnte nur eine davon hochtragen, weil die andere schon jemand anderes genommen hatte.
Der Naturkundeworkshop war sehr spannend. Jorei, eine der Ausbilderinnen, erzählte, dass sie bereits schon einmal eine sehr schwere Lebensmittelvergiftung hatte, weil sie Kräuter verwechselt hatte. Deshalb dürfen wir NIEMALS Kräuter oder Pilze pflücken und essen, von denen wir nicht ganz, ganz, ganz genau wissen, dass sie genießbar sind! Sonst ist am Ende wirklich noch ein Rettungseinsatz nötig.
| Coole Lichteffekte |
Irgendwie verstanden sich unsere Teams echt gut und so beschlossen wir, den Rest der Strecke gemeinsam zu laufen. Für uns wurde das Tempo dadurch zwar langsamer, wir hatten aber tolle Gespräche und ich durfte ein ganzes Stück auf Tobi reiten. Natürlich waren wir nun ein Team und änderten deshalb unseren Namen. Ab jetzt waren wir nicht mehr die Dachse und die Antilopen, sondern ganz einfach die Dachsilopen! Das fand ich toll! Dachsilopen klingt wirklich lustig.
Wir sangen weiterhin Lieder und kamen gut voran. Auch die Antilopen hatten angefangen, als Team durchzuzählen und so kam uns eine Idee: Wir zählen jetzt abwechselnd durch: 1-1-2-2-3-3-4-4-5-5-6-7. Damit am Ende nicht drei Männer die letzten Zahlen sagten, fing Francesco an.Wir gelangten an eine Brücke, an der wir ein Dachsilopen-Teamfoto machten. Auch unsere Flagge fehlte natürlich nicht.
| Unser Dachsilopenteam |
erst das Team da, welches als erstes losgelaufen ist. In Zweierreihen kamen wir auf dem Platz an, zählten durch und reifen anschließend: "Das Team der Dachsilopen ist vollzählig"
Das schien den Ausbildern sehr zu gefallen. Jetzt hatten wir freie Zeit, bis das letzte Team eintreffen würde. Wir konnten unser restliches Essen vertilgen, uns unterhalten und Tobi und ich spielten wieder miteinander.
| Marsch zum Felsenweiher |
| Urkundenverleihung für die Ausbilder |
| Wir sehen uns bestimmt zum Bundescamp wieder! |
Jetzt fand ich es schon nicht mehr ganz so schlimm. Auf dem Weg zurück zum Platz liefen Tobi und ich nebeneinander. Auch Tobi war ein bisschen traurig.Vielleicht sehen wir uns ja auf dem Bundescamp!
Als Adrian fertig war, seine Fotos auf einen Laptop eines Ausbilders zu überspielen, fuhren wir los...
Samstag, 24. Mai 2014
Südeifel-NTT dritter Tag
Gestern Abend war das Wetter ziemlich gut. Sternklarer Himmel, nicht besonders kalt und so weiter... Leider hat das nicht über Nacht gehalten. Irgendwann wachten wir davon auf, dass kräftiger Regen fiel. Es zeigte sich schnell, dass unser Lagerplatz nicht vollständig vor diesem Regen schützte. Wir lagen zu viert nebeneinander, also ich mit in Adrians Schlafsack. Auf die Fußenden der Schlafsäcke tropfte das Wasser. Jörn stand auf, nahm seine Isomatte und legte sich an einer zwar schmalen aber dennoch trockenen Stelle unter den Felsen, damit wir anderen uns so schräg legen konnten, dass wir nicht noch mehr Regen abbekommen würden. Unser Tarp, was wir abends zum trocknen ausgelegt hatten, würde nun noch viel nasser sein als gestern.
5 Uhr klingelte Adrians Handywecker. Erstaunlicherweise war sein Schlafsack komplett trocken, selbst an den Füßen. Von den Bäumen tropfte es zwar noch und der Boden war nass, aber auch das Wetter hatte sich gebessert und würde uns wenigstens von oben nicht durchweichen. Für den Marsch zum Treffpunkt hatten wir anderthalb Stunden eingeplant, da wir den Weg nur teilweise kannten und dort auch nicht die letzten sein wollten. Tee zu kochen, alles einzupacken und unsere Flaschen mit frischem Quellwasser aufzufüllen dauerte allerdings deutlich länger als geplant, sodass wir erst 6 Uhr los laufen konnten. Somit blieb uns nur noch eine Stunde für die vier Kilometer. Trotz allem ließen wir uns nicht die Laune verderben, sondern liefen zügig dort hin. Wir fanden den Weg sofort und fanden sogar eine kleine Abkürzung, die das Team direkt vor uns übersehen hatte. So überholten wir das Team und gehörten trotz allem zu den ersten drei Teams. Durch die Abkürzung holten wir sogar die Zeit auf, die wir damit zubrachten, ein Pferd zurück auf seine Weide zu bringen. Das war ziemlich spannend. Einer aus unserem Team kannte sich echt gut mit Pferden aus. Er band einen Strick um den Hals des Pferdes, fütterte es mit einem Apfel und leitete es ganz ruhig zurück von der Straße in die Koppel.
Der Treffpunkt war genau unter einer Brücke. Hier gab es Frühstück, einige Ansagen und anschließend die Bekanntgabe der neuen Koordinaten. Uns wurde gezeigt, wie man mit einer Plane oder einem Poncho sein Gepäck so einpacken kann, dass es auf dem wasser schwimmt und auch nicht nass wird.
Heute durfte unser Team zuerst starten. Unsere Koordinaten wurden überprüft und wir begannen mit der Flussüberquerung. Auf der anderen Seite - in Luxemburg - nahmen wir uns ein paar Minuten Zeit, nochmal im Fluss zu baden. Das Wasser war nicht zu kalt und obwohl es etwas windig war, froren wir nicht. Ab hier ging es steil bergauf. An einer Stelle wussten wir nicht so recht, ob wir noch richtig liefen, mussten also die Karte lange und genau studieren. Einige aus unserem Team nutzten die Pause auch für einen "Spatengang". Während wir noch überlegten, holte uns die nächste Gruppe ein und lief an uns vorbei. Wir beschlossen dann, den selben Weg zu gehen. Kurz darauf erreichten wir eine Stelle, an der dieses Team ebenfalls eine Pause eingelegt hatte. Gut für uns, denn so übernahmen wir wieder die Führung und erreichten die Station, an der es um Notsignale ging. Uns wurde gezeigt, welche Signale es gibt, wie man Flugzeuge auf sich Aufmerksam macht und einiges mehr. Die Koordinaten für den nächsten Punkt mussten wir aus Morsezeichen übersetzen.
Obwohl wir uns ganz sicher waren, den richtigen Punkt eingezeichnet zu haben und auch genau dort zu sein, fanden wir niemanden. Deshalb liefen wir noch ein Stück weiter, bis wir tatsächlich an eine Station kamen. Wir fragten sofort, ob wir eine Station übersprungen hätten, doch das war nicht der Fall. Die zwei Ausbilder erklärten uns an dieser Station einiges über "Erste Hilfe unterwegs" und welche Auswirkungen Zeckenbisse und zu wenig trinken haben können. Jeder bekam einen kleinen Erste-Hilfe-Beutel mit Inhalt und schließlich durften wir zur nächsten Station laufen.
Nach einiger Zeit gelangten wir in einen Ort. Wir wussten, dass wir irgendwo nach rechts müssten, doch fanden keinen Abzweig. Schließlich sahen wir ein Auto, aus dem gerade einige unserer Ausbilder ausstiegen. Sie guckten ziemlich überrascht, als sie uns sahen und auf die Frage, ob wir hier richtig seien, antworteten sie nicht. Das mussten wir schon selbst herausfinden. So liefen wir noch ein kleines Stück weiter, bis uns schließlich klar wurde: Wir laufen in die falsche Richtung. Nicht viel, aber so kommen wir nicht an. Ein Teammitglied entdeckte einen Pfosten, an dem ein "Rettungskreuz" angebracht war. Solche Rettungskreuze haben eine eindeutige Nummer und sind überall in der Region zu finden. Wenn man Hilfe braucht und den Notruf wählt, kann man einfach die Nummer von dem Rettungskreuz durchgeben und kann so viel schneller gefunden werden. Jedenfalls standen hier auch die Koordinaten von dem Punkt, sodass wir sofort ganz genau wussten, wo wir waren. Wir mussten nur ein kleines Stück zurück gehen und fanden etwa dort wo das Auto der Ausbilder stand einen kleinen Weg, der uns direkt zu der nächsten Station führte. Wir waren immernoch die Ersten und die Ausbilder waren sehr, sehr überrascht, als wir fragten, ob das denn schon die nächste Station sei oder ob wir vielleicht eine vergessen hatten. Zuerst wollten sie uns wegschicken, fanden dann aber den Fehler. In ihrer Planung ist eine Station entfallen, dafür gab es eine Andere, doch sie hatten vergessen, die geschätzten Ankunftszeiten der Teams zu aktualisieren. Dadurch haben sie einfach noch nicht so schnell mit uns gerechnet.
Hier gab es nun eine Doppelstation, doch wir durften noch nicht beginnen. Zuerst sollten wir eine Mittagspause machen. Da das Wetter sehr gut war, hängten wir unser Tarp auf, damit es trocknen konnte. Der Wind trug ebenfalls dazu bei, dass es schneller trocken wurde. Die Mittagspause war echt cool. Da wir das erste Teamwaren, konnten wir uns den besten Platz - in einer kleinen Hütte - aussuchen. Hier packten wir nun unsere EPA-Rationen aus und verteilten auch das restliche Essen. In den EPAs ist auch ein ganz kleiner Kocher mit drin, ein so genannter Esbit-Kocher. Adrian wollte diesen Kocher gerne unbenutzt mit nach Dresden nehmen und beschloss also, die Dosennahrung kalt zu essen. Die anderen Teammitglieder trauten ihren Augen kaum und waren sich einig, dass sie das wohl nicht einmal als Mutprobe hätten machen wollen. Auch ich wollte das nicht haben, als er mir einen Löffel mit dem Zeug anbot. Da aß ich lieber etwas Brot und Gurke.
Die Workshops an dieser Station waren echt cool. Zuerst wurde uns gezeigt, was es für Messerarten gibt und wie man mit einem Schleifstein umgeht. Dort durften wir auch unsere Messer schärfen. Adrians Messer ist jetzt viel schärfer als vorher, selbst sein schleifgerät macht es nicht so scharf wie dieser Schleifstein. Als nächstes machten wir Platz für unsere Nachfolger und besuchten den Geocaching-Workshop. Adrian hatte sogar Monas GPS-Gerät dabei und war aus unserem Team der einzige Geocacher. Während der Ausbilder der einen Teamhälfte das Geocachen erklärte, erklärten Adrian und ich das den anderen. Wir hatten nun die GPS-Geräte und unsere Stirnlampen dabei, denn der Cache liegt in einer Höhle versteckt. Wir fanden ihn sofort und trugen uns ein.
Auch jetzt gab es wieder Koordinaten. Wir packten unser Tarp ein (es war wirklich komplett trocken), verstauten GPS-Gerät und Lampen in unseren Rucksäcken und liefen weiter. An einem Höhleneingang befand sich die nächste Station. In der Höhle sollten wir bis ganz ans Ende klettern, denn dort wären die Koordinaten für das nächste Ziel zu finden, wurde uns gesagt. Wir setzten unsere Rucksäcke ab, rüsteten uns wieder mit unseren Stirnlampen aus und betraten die Höhle.
Es war hier ziemlich eng und es ging immer weiter nach oben. In manchen Löchern, die links und rechts im Felsen waren, hatten die Ausbilder Teelichte gestellt, die die Höhle in ein interessantes Licht tauchten. Schließlich fanden wir die Koordinaten und zusätzlich noch einige Süßigkeiten, von denen wir uns für jeden etwas mitnehmen durften. Zurück im Tageslicht zeichneten wir das nächste Ziel in unserer Karte ein, doch es gab eine Spezialaufgabe: Wir sollten uns den Weg als Kroki aufmalen und dann die Karte in unserem Rucksack verschwinden lassen und nur nach dem Kroki laufen. Dafür bekamen wir 15 Minuten Zeit. Das Kroki war schnell gemalt und wir packten die Karte weg. Da Royal Rangers ehrlich und gehorsam ist, konnten sich die Ausbilder natürlich darauf verlassen, dass wir die Karte auch unterwegs nicht aus dem Rucksack holen würden. Das mussten wir auch nicht, denn schon nach kurzer Zeit kamen wir wieder in die kleine Stadt, wo wir heute schonmal waren. Hier war der Ort, zu dem wir unterwegs waren, sogar ausgeschildert, sodass wir nicht nur die Karte, sondern auch unser Kroki wegstecken konnten. Dass Francesco, unser Niederländer, den Ort schon kannte, vereinfachte es uns noch zusätzlich. So kamen wir auf direktem Wege am Amphitheater an. Es war erst 16 Uhr und die einzige Ausbilderin, die bereits dort war, staunte nicht schlecht. Niemand von dem Ausbilderteam hätte für Möglich gehalten, dass ein Team schon vor 17 Uhr eintreffen würde.
Wir konnten uns nun eine Höhle aussuchen, in der wir übernachten wollten. Drei Höhlen waren zwar schon für die Mädel-Teams reserviert, wir fanden aber auch eine sehr schöne Höhle nur ein kleines Stück von der großen Versammlungshöhle entfernt. Hier richteten wir uns ein, erkundeten die nähere Umgebung und begannen, unser Abendbrot zuzubereiten. Später sammelten wir außerdem noch Holz für ein Lagerfeuer in der großen Höhle und halfen den Ausbildern, Wasserkanister und anderes Material vom Parkplatz bis zur Versammlungshöhle zu tragen. Adrian sagtr zu mir: "Hey Flocke, du bist doch bestimmt stark genug, um diesen riiiiiesigen Karton zu tragen, richtig?" Ich fühlte mich dreimal stärker als sonst und sagte voller Überzeugung: "Oh ja! Für den brauche ich nur eine Pfote!" Der Karton war nicht besonders leicht für mich, aber ich wollte Adrian unbedingt zeigen, dass er sich in mir nicht getäuscht hatte. Ich schaffte es, den Karton bis zur großen Höhle zu schleppen. Die letzten Meter zog ich ihn über den Boden. "Geschafft!", rief ich stolz und bekam anerkennende Blicke von Adrian und einigen Ausbildern. "Wow, du bist ja echt stark!", sagte sogar Karsten, der Trailleiter zu mir. Was für eine Ehre! Als ich wieder zurück am Parkplatz war, stand dort noch eine Kiste, die genau so aussah. Ich packte sie an und trug sie bis fast zur Höhle. Dort wurde sie mir doch zu schwer, also stellte ich sie ab um etwas auszuruhen. Adrian und einige Ausbilder kamen in dem Moment mit großen Wasserkanistern an mir vorbei. "Ich helfe dir gleich", hörte ich Adrian sagen. Als er die Kanister abgestellt hatte, nahm er die Kiste und sagte zu mir: "Na dann setz dich mal mit drauf, mein kleiner Held. Hast es dir wirklich verdient." Dabei streichelte er über meinen Rücken. Ich schnurrte behaglich und genoss es sehr, den Rest des Weges getragen zu werden. "Was ist in den Kartons eigentlich drin?", wollte ich wissen. "Das sind Brötchen", antwortete der Proviantwart.
Für unser Team gab es nun noch eine Spezialaufgabe. Ein Mädel-Team, die Antilopen, hatte sich verlaufen und würde erst sehr spät ankommen. Wir sollten für sie schon das Abendessen vorbereiten. Kocher hatten wir ja eh genug und so kochten wir Wasser und bereiteten schon alles zu. Auch hier waren die Gewürze wieder gut zu gebrauchen. 20 Uhr, also vier Stunden nach unserer Ankunft, trafen die fünf Mädels ein. Sie hatten auch einen kleinen Hund dabei, der Tobi heist. Unsere Höhle war inzwischen auch mit unserer Flagge dekoriert und so bekamen die Antilopen einen herzlichen Empfang mit einer freundlichen Einladung zum Essen.
Sie freuten sich sehr darüber und schenkten uns zum Dank ihre Keksrolle. Tobi und ich freundeten uns ebenfalls schnell an und er leckte mir sogar übers Gesicht. Hihi... Lustig... Wenn ich mich ganz besonders doll freue, mache ich das auch manchmal bei Adrian. Er findet das zwar nicht so toll, aber wenn ich das mache, ist das schon in Ordnung.
Ach genau! Jetzt wo ich das so schreibe fällt mir auf, dass ich noch gar nicht erwähnt habe, wie unser Team heist! Jedes Team hat ja einen Buchstaben bekommen und wir waren Team D. Zu diesem Buchstaben sollte sich jedes Team dann auch ein Team-Tier aussuchen. Wir einigten uns auf "Dachse". Die Dachse hatten also die Antilopen zu Gast.
Da es bald in der großen Höhle mit dem Abendprogramm weitergehen sollte, nahmen wir die Flagge ab und brachten sie in die große Höhle, in der wir sie an einer Steinsäule befestigten. Dort fand die Abendveranstaltung statt. Es gab eine Andacht, Gesang und schließlich eine sehr skuril-lustige Tschai-Zeremonie. Bei dieser Zeremonie wurde immer und immer wieder in rhythmischen Gesängen "Tschakamalaia Tschakamalaia Tschakamalaia Tschai!" wiederholt. Einer von den ziemlich alten Ausbildern erklärte auf eine sehr lustige Art und Weise gemeinsam mit einem anderen Ausbilder, was es mit der Zeremonie auf sich hat und was in dem Tschai alles enthalten sei. Von Leberwurst, Fischaugen, Haaren und so weiter erzählte er, doch als wir dann an der Reihe waren und unseren Becher füllen ließen, war klar, dass es nur gespielt war. Es war Tee mit Fruchtstücken, Nüssen und einigen Gewürzen, der wirklich lecker schmeckte. Wer wollte, konnte noch am Feuer bleiben und singen, doch unser gesamtes Team entschloss sich, lieber schlafen zu gehen. Jörn hatte noch ein Anliegen: Er hatte einige Zeckenbisse und wollte, dass wir für Schutz vor Krankheiten beten. Das haben wir dann auch getan und sind anschließend todmüde in unsere Schlafsäcke gekrochen und sind eingeschlafen.
5 Uhr klingelte Adrians Handywecker. Erstaunlicherweise war sein Schlafsack komplett trocken, selbst an den Füßen. Von den Bäumen tropfte es zwar noch und der Boden war nass, aber auch das Wetter hatte sich gebessert und würde uns wenigstens von oben nicht durchweichen. Für den Marsch zum Treffpunkt hatten wir anderthalb Stunden eingeplant, da wir den Weg nur teilweise kannten und dort auch nicht die letzten sein wollten. Tee zu kochen, alles einzupacken und unsere Flaschen mit frischem Quellwasser aufzufüllen dauerte allerdings deutlich länger als geplant, sodass wir erst 6 Uhr los laufen konnten. Somit blieb uns nur noch eine Stunde für die vier Kilometer. Trotz allem ließen wir uns nicht die Laune verderben, sondern liefen zügig dort hin. Wir fanden den Weg sofort und fanden sogar eine kleine Abkürzung, die das Team direkt vor uns übersehen hatte. So überholten wir das Team und gehörten trotz allem zu den ersten drei Teams. Durch die Abkürzung holten wir sogar die Zeit auf, die wir damit zubrachten, ein Pferd zurück auf seine Weide zu bringen. Das war ziemlich spannend. Einer aus unserem Team kannte sich echt gut mit Pferden aus. Er band einen Strick um den Hals des Pferdes, fütterte es mit einem Apfel und leitete es ganz ruhig zurück von der Straße in die Koppel.
Der Treffpunkt war genau unter einer Brücke. Hier gab es Frühstück, einige Ansagen und anschließend die Bekanntgabe der neuen Koordinaten. Uns wurde gezeigt, wie man mit einer Plane oder einem Poncho sein Gepäck so einpacken kann, dass es auf dem wasser schwimmt und auch nicht nass wird.
Heute durfte unser Team zuerst starten. Unsere Koordinaten wurden überprüft und wir begannen mit der Flussüberquerung. Auf der anderen Seite - in Luxemburg - nahmen wir uns ein paar Minuten Zeit, nochmal im Fluss zu baden. Das Wasser war nicht zu kalt und obwohl es etwas windig war, froren wir nicht. Ab hier ging es steil bergauf. An einer Stelle wussten wir nicht so recht, ob wir noch richtig liefen, mussten also die Karte lange und genau studieren. Einige aus unserem Team nutzten die Pause auch für einen "Spatengang". Während wir noch überlegten, holte uns die nächste Gruppe ein und lief an uns vorbei. Wir beschlossen dann, den selben Weg zu gehen. Kurz darauf erreichten wir eine Stelle, an der dieses Team ebenfalls eine Pause eingelegt hatte. Gut für uns, denn so übernahmen wir wieder die Führung und erreichten die Station, an der es um Notsignale ging. Uns wurde gezeigt, welche Signale es gibt, wie man Flugzeuge auf sich Aufmerksam macht und einiges mehr. Die Koordinaten für den nächsten Punkt mussten wir aus Morsezeichen übersetzen.
Obwohl wir uns ganz sicher waren, den richtigen Punkt eingezeichnet zu haben und auch genau dort zu sein, fanden wir niemanden. Deshalb liefen wir noch ein Stück weiter, bis wir tatsächlich an eine Station kamen. Wir fragten sofort, ob wir eine Station übersprungen hätten, doch das war nicht der Fall. Die zwei Ausbilder erklärten uns an dieser Station einiges über "Erste Hilfe unterwegs" und welche Auswirkungen Zeckenbisse und zu wenig trinken haben können. Jeder bekam einen kleinen Erste-Hilfe-Beutel mit Inhalt und schließlich durften wir zur nächsten Station laufen.
Nach einiger Zeit gelangten wir in einen Ort. Wir wussten, dass wir irgendwo nach rechts müssten, doch fanden keinen Abzweig. Schließlich sahen wir ein Auto, aus dem gerade einige unserer Ausbilder ausstiegen. Sie guckten ziemlich überrascht, als sie uns sahen und auf die Frage, ob wir hier richtig seien, antworteten sie nicht. Das mussten wir schon selbst herausfinden. So liefen wir noch ein kleines Stück weiter, bis uns schließlich klar wurde: Wir laufen in die falsche Richtung. Nicht viel, aber so kommen wir nicht an. Ein Teammitglied entdeckte einen Pfosten, an dem ein "Rettungskreuz" angebracht war. Solche Rettungskreuze haben eine eindeutige Nummer und sind überall in der Region zu finden. Wenn man Hilfe braucht und den Notruf wählt, kann man einfach die Nummer von dem Rettungskreuz durchgeben und kann so viel schneller gefunden werden. Jedenfalls standen hier auch die Koordinaten von dem Punkt, sodass wir sofort ganz genau wussten, wo wir waren. Wir mussten nur ein kleines Stück zurück gehen und fanden etwa dort wo das Auto der Ausbilder stand einen kleinen Weg, der uns direkt zu der nächsten Station führte. Wir waren immernoch die Ersten und die Ausbilder waren sehr, sehr überrascht, als wir fragten, ob das denn schon die nächste Station sei oder ob wir vielleicht eine vergessen hatten. Zuerst wollten sie uns wegschicken, fanden dann aber den Fehler. In ihrer Planung ist eine Station entfallen, dafür gab es eine Andere, doch sie hatten vergessen, die geschätzten Ankunftszeiten der Teams zu aktualisieren. Dadurch haben sie einfach noch nicht so schnell mit uns gerechnet.
| Das Brot war richtig schön weich |
Die Workshops an dieser Station waren echt cool. Zuerst wurde uns gezeigt, was es für Messerarten gibt und wie man mit einem Schleifstein umgeht. Dort durften wir auch unsere Messer schärfen. Adrians Messer ist jetzt viel schärfer als vorher, selbst sein schleifgerät macht es nicht so scharf wie dieser Schleifstein. Als nächstes machten wir Platz für unsere Nachfolger und besuchten den Geocaching-Workshop. Adrian hatte sogar Monas GPS-Gerät dabei und war aus unserem Team der einzige Geocacher. Während der Ausbilder der einen Teamhälfte das Geocachen erklärte, erklärten Adrian und ich das den anderen. Wir hatten nun die GPS-Geräte und unsere Stirnlampen dabei, denn der Cache liegt in einer Höhle versteckt. Wir fanden ihn sofort und trugen uns ein.
Auch jetzt gab es wieder Koordinaten. Wir packten unser Tarp ein (es war wirklich komplett trocken), verstauten GPS-Gerät und Lampen in unseren Rucksäcken und liefen weiter. An einem Höhleneingang befand sich die nächste Station. In der Höhle sollten wir bis ganz ans Ende klettern, denn dort wären die Koordinaten für das nächste Ziel zu finden, wurde uns gesagt. Wir setzten unsere Rucksäcke ab, rüsteten uns wieder mit unseren Stirnlampen aus und betraten die Höhle.
| In der Höhle |
| Käääääsenudeln! |
| Kochen für die Antilopen |
| Mein Freund Tobi und ich |
Ach genau! Jetzt wo ich das so schreibe fällt mir auf, dass ich noch gar nicht erwähnt habe, wie unser Team heist! Jedes Team hat ja einen Buchstaben bekommen und wir waren Team D. Zu diesem Buchstaben sollte sich jedes Team dann auch ein Team-Tier aussuchen. Wir einigten uns auf "Dachse". Die Dachse hatten also die Antilopen zu Gast.
Da es bald in der großen Höhle mit dem Abendprogramm weitergehen sollte, nahmen wir die Flagge ab und brachten sie in die große Höhle, in der wir sie an einer Steinsäule befestigten. Dort fand die Abendveranstaltung statt. Es gab eine Andacht, Gesang und schließlich eine sehr skuril-lustige Tschai-Zeremonie. Bei dieser Zeremonie wurde immer und immer wieder in rhythmischen Gesängen "Tschakamalaia Tschakamalaia Tschakamalaia Tschai!" wiederholt. Einer von den ziemlich alten Ausbildern erklärte auf eine sehr lustige Art und Weise gemeinsam mit einem anderen Ausbilder, was es mit der Zeremonie auf sich hat und was in dem Tschai alles enthalten sei. Von Leberwurst, Fischaugen, Haaren und so weiter erzählte er, doch als wir dann an der Reihe waren und unseren Becher füllen ließen, war klar, dass es nur gespielt war. Es war Tee mit Fruchtstücken, Nüssen und einigen Gewürzen, der wirklich lecker schmeckte. Wer wollte, konnte noch am Feuer bleiben und singen, doch unser gesamtes Team entschloss sich, lieber schlafen zu gehen. Jörn hatte noch ein Anliegen: Er hatte einige Zeckenbisse und wollte, dass wir für Schutz vor Krankheiten beten. Das haben wir dann auch getan und sind anschließend todmüde in unsere Schlafsäcke gekrochen und sind eingeschlafen.
Freitag, 23. Mai 2014
Südeifel-NTT zweiter Tag
6:30 Uhr sollten wir heute morgen mit unserem kompletten Gepäck abmarschbereit am Treffpunkt sein. Gestern abend haben wir dann überlegt, wann wir dann aufstehen müssten. Zwischen aufstehen und Treffpunkt mussten wir einerseits alles abbauen und einräumen, andrerseits wollten einige Teammitglieder nicht auf ihren Kaffee verzichten, den wir auch noch kochen mussten. So einigten wir uns darauf, 5:30 Uhr den Tag zu beginnen, 30 Minuten eher als fast alle anderen Teams.
So war unser Morgen sehr entspannt. Während sich zwei Teammitglieder um die Heißgetränke kümmerten (nicht alle von uns trinken Kaffee, auch Adrian nicht), bauten alle anderen unser Biwak ab. Fix und fertig schlürften wir also in aller Ruhe unseren Tee und Kaffee, während die anderen Teams hastig zusammenpackten, um noch rechtzeitig fertig zu werden. Als alle Teams zusammenkamen, wurden die Koordinaten für den nächsten Treffpunkt und einen Durchlaufpunkt bekannt gegeben. Im Abstand von drei Minuten starteten anschließend die Teams, mussten dann zuerst zum Durchlaufpunkt und von dort aus zum Treffpunkt. Unser Team startete als vorletztes Team. Wir liefen nun über die Waldwege zu den geforderten Punkten und erreichten tatsächlich als zweites Team den Treffpunkt, hatten also unterwegs vier Teams überholt. Das fand ich echt toll. Die ganze Zeit über hatten wir natürlich auch wieder unsere Flagge dabei. Am Treffpunkt bekamen wir ein GPS-Gerät, in dem die Koordinaten für unser Mittags-Paket eingespeichert waren. Wir folgten dem Pfeil, fanden aber an der markierten Stelle nichts. Als wir dann zu dem Ausbilder zurückkehrten, gab er und ein anderes GPS-Gerät, in dem dann auch die Richtigen Koordinaten eingespeichert waren. So fanden wir unseren Proviant im nu.
In dem Proviantbeutel befanden sich sieben eingeschweißte Pappkartons. Sie werden EPA (Einmann-Packung) genannt und von der Armee an Soldaten ausgeteilt. Außer mir bekam also jedes Team-Mitglied eine dieser Packungen. "Die haben mich vergessen!", klagte ich. Adrian erwiederte: "Keine Sorge, wir werden sicher beide nicht verhungern, wenn wir uns meine Packung teilen. Kannst du dich an die Geschichte erinnern, als Jesus 5000 Menschen mit ein Paar Broten und Fischen satt gemacht hat? Kein Problem! Außerdem isst du ja gar nicht soooo viel."
Besonders lecker war das Essen zwar nicht, aber es half zumindest gegen den Hunger. Auf einem Trangia-Kocher kochten wir wieder heißes Wasser für Kaffee und Tee. Es dauerte sehr lange, bis alle Teams angekommen waren. Es gab schließlich eine Andacht und danach für jedes Team andere Koordinaten. Nachdem wir unseren Punkt auf der Karte ermittelt hatten, ließen wir ihn uns bestätigen und liefen los. Dort angelangt begrüßte uns Ebsam, unser Teamberater. Heute Nacht werden wir hier in der Umgebung unser Lager aufschlagen, bis dahin war aber noch einiges zu tun.
Wir setzten uns um Ebsam herum und er erklärte uns einiges über Wasser, etwa wie man auf einem Hajk Wasser reinigen kann, woran man sauberes Wasser erkennt, wie man Wasser aus schmalen Falsspalten bekommen kann, und, und, und... Das war sehr interessant. Anschließend gab es an der gleichen Stelle einen weiteren Workshop, bei dem es um Hajk-Planung ging. Diesen Workshop gab es wohl bisher auf noch keinem NTT, wir waren also die Allerersten!
Als wir fertig waren, durften wir unser Gepäck hinter die kleine Hütte bringen, da wir heute Abend eh wieder hierher zurückkommen würden. Nur mit den nötigsten Sachen liefen wir nun zur nächsten Station. Zwei von den älteren Rangern erklärten uns hier einiges über Feuer. Da gibt es sooooo viele Möglichkeiten, ein Feuer anzuzünden. Wow. Wir bekamen sogar einen Maya-Stick geschenkt, das ist soein Holz, von dem Adrian schon einige hat. Wenige späne davon reichen schon aus, um mit einem Feuerstahl ein Feuer zu entzünden. Bei der nächsten Station ging es um die AZB-Päckchen, was jeder Ranger stets bei sich tragen sollte. Es gibt ganz verschiedene Arten, sich so ein AZB-Päckchen einzupacken. Einige Varianten wurden uns hier gezeigt. Wir konnten dabei viel lernen und lustig war es auch noch. Vor der nächsten Station mussten wir zuerst ein Paar Minuten warten, bis das vorherige Team dort fertig war. An dieser Station sollte außerdem auch unsere Mittagspause sein. Sehr praktisch, dass es dort um Hajk-Verpflegung ging! Jeder bekam eine Getränkedose geschenkt, aus der wir uns dann einen kleinen Spirituskocher herstellten, nachdem wir sie ausgetrunken hatten. Wir lernten auch noch vieles über PuPro (PulverProviant) und weshalb der so praktisch ist (leicht, kompakt). Eine Kostprobe durfte auch nicht fehlen und so verspeisten wir zu unserem Käsebrot noch eine ziemlich leckere PuPro-Mischung.
Leider konnten wir uns hier nicht besonders lange mit den Ausbildern aufhalten, denn das nächste Team kam bereits an. Wir wanderten also ein paar hundert Meter weiter zum nächsten Workshop. Hier ging es um Kartenkunde, das UTM-Koordinatensystem, Planzeiger und Bezugspunkte. Ha! Hier konnte ich schon einige Dinge, die manch anderer aus unserem Team noch nicht konnte. Vieles hatten wir nämlich schon bei der langen Nacht im Vogtland beigebracht bekommen! Jeder bekam nun noch einen Planzeiger geschenkt und so schnappten wir uns wieder unsere Fahne und liefen zum nächsten Punkt. Hier lernten wir ebenfalls etwas, was ich schon von der langen Nacht im Vogtland kannte: Kreuzpeilung. Indem man zwei (oder mehr) verschiedene Dinge (beispielsweise Kirchen) mit dem Kompass anpeilt, die man auch auf einer Karte erkennt, kann man Linien einzeichnen, die sich dann an einer Stelle kreuzen. Dort ist dann der eigene Standpunkt.
Die letzte Station lag irgendwo mitten im Wald. Auf dem Weg dorthin hätten wir uns beinahe verlaufen, aber wir fanden noch rechtzeitig heraus, wo wir waren, sodass es letztendlich nur ein kleiner Umweg war. An der Station angekommen sahen wir auch gleich, worum es hier ging: Abseilen! Yeah! Zuerst musste man über eine Seilbrücke balancieren, die bis zu einem Baum auf einem etwa 5m entfernten Felsen gespannt war. Dort ging es etwa 10m abwärts. Diese 10m musste man sich abseilen, für die ganz Mutigen wurde sogar angeboten, es kopfüber zu versuchen. Selbstverständlich wollte Adrian es unbedingt kopfüber versuchen. Ich sah zu, wie er deshalb zusätzlich zum normalen Klettergurt auch noch einen Brustgurt anzog und mit einer Bandschlinge zusammenknotete. Er war der Dritte und machte das genau wie die anderen echt gut. Ich seilte mich auch ab, aber nicht kopfüber. Ganz unten landete ich zwar etwas unsanft auf meinem Hinterteil, durch mein Fell bin ich aber zum Glück gut gepolstert, sodass es gar nicht so sehr weh tat.
Jetzt liefen wir wieder zu dem ersten Punkt, wo wir den Wasser-Workshop hatten. Ganz in der Nähe war ein Felsvorsprung, unter dem wir unser Lager einrichten wollten. Dort gingen wir nun hin und richteten uns ein. Es wurde langsam dunkel, als wir uns etwas zu Essen zubereiteten. Es gab Kartoffelbrei, Gemüse und irgendwelchen Fleischersatz aus PuPro. Nachdem da einige von Adrians Gewürzen beigemengt wurden, schmeckte es sogar richtig gut. Inzwischen konnte man nur noch mit Taschenlampen etwas erkennen. Wie gut, dass jeder eine Stirnlampe hat. Nachdem wir abgewaschen hatten, wollten wir schon schlafen gehen, doch Ebsam meinte, wir sollten noch eine Weile wach bleiben. Schließlich kam ein Funkspruch: "Alle Teams müssen sofort zu dem Treffpunkt, an dem es heute die Mittagspause gab!"
Adrian freute sich schon auf die Nachtwanderung, doch die meisten anderen Teammitglieder nicht. Sie wollten schlafen gehen. Immerhin mussten wir außer unseren Taschenlampen nichts mitnehmen. Adrian munterte alle auf, indem er eine Tafel Schokolade aus seinem Rucksack holte und verteilte. Sofort war die Stimmung deutlich besser. Wir setzten uns in Bewegung und kamen als zweites Team dort an. Der Trailleiter Karsten und der Trailwart Vitali saßen mit dem ersten Team in einer kleinen Hütte und redeten miteinander. Nach einiger Zeit waren wir an der Reihe. Hier ging es einfach darum, den Ausbildern mitzuteilen, was gut ist, was verbessert werden könnte und wie es jedem auf dem Trail bisher geht. Besonders haben wir das Ausbilderteam gelobt. Sie halten richtig gut zusammen, sind total freundlich, haben von dem, was sie zeigen auch wirklich Ahnung und können das auch gut verständlich erklären. Karsten bemerkte, dass er sich sehr darüber freut, dass wir als Team ebenfalls so gut zusammenhalten und die Stimmung selbst bei großer Belastung und trotz dem schlechten Wetter noch echt gut ist. Er gab zu, dass es tatsächlich beabsichtigt ist, genau das auf die Probe zu stellen. Spät schlafen gehen, früh aufstehen, tagsüber viel tun, wenig Zeit für Mahlzeiten, besonders Frühstück haben... Da muss ein Team schon wirklich gut zusammenhalten, um keine schlechte Laune zu bekommen oder sogar in Streit zu geraten. Wir bekamen nun zwei Dinge: Eine Rolle Doppelkekse und die Koordinaten und einen Zeitpunkt für das Treffen morgen früh. Auf unserer Karte zeichneten wir nun den Punkt ein. Uff... Bis 7 Uhr sollen wir DORT SEIN? Das Ziel war eine etwa vier Kilometer entfernte Brücke direkt am Grenzfluss nach Luxemburg.
Dann kehrten zu unserem Lager zurück. Dort angekommen bemerkten wir erst gar nicht, dass zwei Teammitglieder fehlten. Erst, als einer der beiden zu unserem Lager kam und so tat als hätte er sich verlaufen, stellten wir erschreckt fest, dass Jörn fehlte. Sofort wollten sich Adrian und noch einer auf die Suche machen, doch da kam er schon angelaufen. Die Beiden wollten nur testen, ob es auffallen würde, wenn sie fehlen und wie lange das dauern würde. Das war ziemlich beschämend für uns. Adrian schlug sofort vor, eine neue Zählmethode einzuführen. Dazu bekam jedes Teammitglied eine Nummer. An jeder Wegkreuzung sollte von eins bis sieben durchgezählt werden und es geht erst weiter, wenn alle da sind. Ab morgen wird es auch noch eine andere Umstellung geben: Sobald sich unser Team auseinanderzieht, also die Schnelleren vorne weg laufen und die Langsameren kaum hinterher kommen, müssen die Hinteren ohne Diskussion nach ganz vorne. Da bin ich mal gespannt.
So war unser Morgen sehr entspannt. Während sich zwei Teammitglieder um die Heißgetränke kümmerten (nicht alle von uns trinken Kaffee, auch Adrian nicht), bauten alle anderen unser Biwak ab. Fix und fertig schlürften wir also in aller Ruhe unseren Tee und Kaffee, während die anderen Teams hastig zusammenpackten, um noch rechtzeitig fertig zu werden. Als alle Teams zusammenkamen, wurden die Koordinaten für den nächsten Treffpunkt und einen Durchlaufpunkt bekannt gegeben. Im Abstand von drei Minuten starteten anschließend die Teams, mussten dann zuerst zum Durchlaufpunkt und von dort aus zum Treffpunkt. Unser Team startete als vorletztes Team. Wir liefen nun über die Waldwege zu den geforderten Punkten und erreichten tatsächlich als zweites Team den Treffpunkt, hatten also unterwegs vier Teams überholt. Das fand ich echt toll. Die ganze Zeit über hatten wir natürlich auch wieder unsere Flagge dabei. Am Treffpunkt bekamen wir ein GPS-Gerät, in dem die Koordinaten für unser Mittags-Paket eingespeichert waren. Wir folgten dem Pfeil, fanden aber an der markierten Stelle nichts. Als wir dann zu dem Ausbilder zurückkehrten, gab er und ein anderes GPS-Gerät, in dem dann auch die Richtigen Koordinaten eingespeichert waren. So fanden wir unseren Proviant im nu.
| Unsere EPA-Ration |
Besonders lecker war das Essen zwar nicht, aber es half zumindest gegen den Hunger. Auf einem Trangia-Kocher kochten wir wieder heißes Wasser für Kaffee und Tee. Es dauerte sehr lange, bis alle Teams angekommen waren. Es gab schließlich eine Andacht und danach für jedes Team andere Koordinaten. Nachdem wir unseren Punkt auf der Karte ermittelt hatten, ließen wir ihn uns bestätigen und liefen los. Dort angelangt begrüßte uns Ebsam, unser Teamberater. Heute Nacht werden wir hier in der Umgebung unser Lager aufschlagen, bis dahin war aber noch einiges zu tun.
| Wasser-Workshop |
Als wir fertig waren, durften wir unser Gepäck hinter die kleine Hütte bringen, da wir heute Abend eh wieder hierher zurückkommen würden. Nur mit den nötigsten Sachen liefen wir nun zur nächsten Station. Zwei von den älteren Rangern erklärten uns hier einiges über Feuer. Da gibt es sooooo viele Möglichkeiten, ein Feuer anzuzünden. Wow. Wir bekamen sogar einen Maya-Stick geschenkt, das ist soein Holz, von dem Adrian schon einige hat. Wenige späne davon reichen schon aus, um mit einem Feuerstahl ein Feuer zu entzünden. Bei der nächsten Station ging es um die AZB-Päckchen, was jeder Ranger stets bei sich tragen sollte. Es gibt ganz verschiedene Arten, sich so ein AZB-Päckchen einzupacken. Einige Varianten wurden uns hier gezeigt. Wir konnten dabei viel lernen und lustig war es auch noch. Vor der nächsten Station mussten wir zuerst ein Paar Minuten warten, bis das vorherige Team dort fertig war. An dieser Station sollte außerdem auch unsere Mittagspause sein. Sehr praktisch, dass es dort um Hajk-Verpflegung ging! Jeder bekam eine Getränkedose geschenkt, aus der wir uns dann einen kleinen Spirituskocher herstellten, nachdem wir sie ausgetrunken hatten. Wir lernten auch noch vieles über PuPro (PulverProviant) und weshalb der so praktisch ist (leicht, kompakt). Eine Kostprobe durfte auch nicht fehlen und so verspeisten wir zu unserem Käsebrot noch eine ziemlich leckere PuPro-Mischung.
| Kartenlesen kann ich auch schon sehr gut |
Die letzte Station lag irgendwo mitten im Wald. Auf dem Weg dorthin hätten wir uns beinahe verlaufen, aber wir fanden noch rechtzeitig heraus, wo wir waren, sodass es letztendlich nur ein kleiner Umweg war. An der Station angekommen sahen wir auch gleich, worum es hier ging: Abseilen! Yeah! Zuerst musste man über eine Seilbrücke balancieren, die bis zu einem Baum auf einem etwa 5m entfernten Felsen gespannt war. Dort ging es etwa 10m abwärts. Diese 10m musste man sich abseilen, für die ganz Mutigen wurde sogar angeboten, es kopfüber zu versuchen. Selbstverständlich wollte Adrian es unbedingt kopfüber versuchen. Ich sah zu, wie er deshalb zusätzlich zum normalen Klettergurt auch noch einen Brustgurt anzog und mit einer Bandschlinge zusammenknotete. Er war der Dritte und machte das genau wie die anderen echt gut. Ich seilte mich auch ab, aber nicht kopfüber. Ganz unten landete ich zwar etwas unsanft auf meinem Hinterteil, durch mein Fell bin ich aber zum Glück gut gepolstert, sodass es gar nicht so sehr weh tat.
Jetzt liefen wir wieder zu dem ersten Punkt, wo wir den Wasser-Workshop hatten. Ganz in der Nähe war ein Felsvorsprung, unter dem wir unser Lager einrichten wollten. Dort gingen wir nun hin und richteten uns ein. Es wurde langsam dunkel, als wir uns etwas zu Essen zubereiteten. Es gab Kartoffelbrei, Gemüse und irgendwelchen Fleischersatz aus PuPro. Nachdem da einige von Adrians Gewürzen beigemengt wurden, schmeckte es sogar richtig gut. Inzwischen konnte man nur noch mit Taschenlampen etwas erkennen. Wie gut, dass jeder eine Stirnlampe hat. Nachdem wir abgewaschen hatten, wollten wir schon schlafen gehen, doch Ebsam meinte, wir sollten noch eine Weile wach bleiben. Schließlich kam ein Funkspruch: "Alle Teams müssen sofort zu dem Treffpunkt, an dem es heute die Mittagspause gab!"
Adrian freute sich schon auf die Nachtwanderung, doch die meisten anderen Teammitglieder nicht. Sie wollten schlafen gehen. Immerhin mussten wir außer unseren Taschenlampen nichts mitnehmen. Adrian munterte alle auf, indem er eine Tafel Schokolade aus seinem Rucksack holte und verteilte. Sofort war die Stimmung deutlich besser. Wir setzten uns in Bewegung und kamen als zweites Team dort an. Der Trailleiter Karsten und der Trailwart Vitali saßen mit dem ersten Team in einer kleinen Hütte und redeten miteinander. Nach einiger Zeit waren wir an der Reihe. Hier ging es einfach darum, den Ausbildern mitzuteilen, was gut ist, was verbessert werden könnte und wie es jedem auf dem Trail bisher geht. Besonders haben wir das Ausbilderteam gelobt. Sie halten richtig gut zusammen, sind total freundlich, haben von dem, was sie zeigen auch wirklich Ahnung und können das auch gut verständlich erklären. Karsten bemerkte, dass er sich sehr darüber freut, dass wir als Team ebenfalls so gut zusammenhalten und die Stimmung selbst bei großer Belastung und trotz dem schlechten Wetter noch echt gut ist. Er gab zu, dass es tatsächlich beabsichtigt ist, genau das auf die Probe zu stellen. Spät schlafen gehen, früh aufstehen, tagsüber viel tun, wenig Zeit für Mahlzeiten, besonders Frühstück haben... Da muss ein Team schon wirklich gut zusammenhalten, um keine schlechte Laune zu bekommen oder sogar in Streit zu geraten. Wir bekamen nun zwei Dinge: Eine Rolle Doppelkekse und die Koordinaten und einen Zeitpunkt für das Treffen morgen früh. Auf unserer Karte zeichneten wir nun den Punkt ein. Uff... Bis 7 Uhr sollen wir DORT SEIN? Das Ziel war eine etwa vier Kilometer entfernte Brücke direkt am Grenzfluss nach Luxemburg.
Dann kehrten zu unserem Lager zurück. Dort angekommen bemerkten wir erst gar nicht, dass zwei Teammitglieder fehlten. Erst, als einer der beiden zu unserem Lager kam und so tat als hätte er sich verlaufen, stellten wir erschreckt fest, dass Jörn fehlte. Sofort wollten sich Adrian und noch einer auf die Suche machen, doch da kam er schon angelaufen. Die Beiden wollten nur testen, ob es auffallen würde, wenn sie fehlen und wie lange das dauern würde. Das war ziemlich beschämend für uns. Adrian schlug sofort vor, eine neue Zählmethode einzuführen. Dazu bekam jedes Teammitglied eine Nummer. An jeder Wegkreuzung sollte von eins bis sieben durchgezählt werden und es geht erst weiter, wenn alle da sind. Ab morgen wird es auch noch eine andere Umstellung geben: Sobald sich unser Team auseinanderzieht, also die Schnelleren vorne weg laufen und die Langsameren kaum hinterher kommen, müssen die Hinteren ohne Diskussion nach ganz vorne. Da bin ich mal gespannt.
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